Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Münster (Westfalen)

Details

Lage der kreisfreien Stadt Münster in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 302,92 km² [1]
Einwohner: 272.951 (31. Dezember 2007) [2]
Bevölkerungsdichte: 901 Einwohner je km²
Höhe: 60 m Ã¼. NN (Prinzipalmarkt)
Postleitzahlen: 48143–48167 (alte PLZ: 4400)
Vorwahl: 0251
  02501 (Hiltrup, Amelsbüren)
  02506 (Wolbeck, Angelmodde)
  02533 (Nienberge)
  02534 (Roxel)
  02536 (Albachten)
Geographische Lage: 51° 57′ 46,6″ N, 7° 37′ 43,3″ O Koordinaten: 51° 57′ 46,6″ N, 7° 37′ 43,3″ O
Kfz-Kennzeichen: MS
Gemeindeschlüssel: 05 5 15 000
UN/LOCODE: DE MSR
NUTS-Code: DEA33
Stadtgliederung: Sechs Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadt Münster
Klemensstraße 10
48143 Münster
Webseite: www.muenster.de
Politik
Oberbürgermeister: Dr. Berthold Tillmann (CDU)
Schulden: 684,4 Mio. â‚¬ [3] (Stand: Juni 2007)
Lage
Lage in NRW
Domplatz und Prinzipalmarkt im Modell
Domplatz und Prinzipalmarkt im Modell

Die kreisfreie Stadt Münster (plattdeutsch: Mönster) in Westfalen ist Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks im Bundesland Nordrhein-Westfalen und zugleich Oberzentrum des Münsterlandes. Von 1815 bis 1946 war Münster Hauptstadt der damaligen preußischen Provinz Westfalen. Die Stadt an der Münsterschen Aa liegt zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes.

Seit 1915 hat Münster offiziell den Status einer Großstadt. Derzeit leben in Münster rund 270.000 Einwohner. Allerdings sind darin die fast 48.500 Studenten nur zum Teil enthalten, da viele von ihnen lediglich mit Nebenwohnsitz in Münster gemeldet sind und daher nicht in der offiziellen Einwohnerstatistik erscheinen.

Die Stadt gilt als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort und ist Sitz mehrerer Hochschulen. Wichtige Gerichte und Verwaltungseinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen sind in Münster ansässig, darunter der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht. Die alte westfälische Provinzialhauptstadt ist Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Münster ist Sitz eines katholischen Bischofs. 799 gründete Papst Leo III. bei seinem Treffen mit Kaiser Karl dem Großen das Bistum Münster und die drei anderen Diözesen Osnabrück, Minden und Paderborn. 805 wurde der heilige Ludgerus im Kölner Dom zum ersten Bischof von Münster geweiht.

Bekannt ist Münster als Fahrradstadt sowie für seine historisch anmutende Altstadt. 2004 gewann die Stadt den LivCom-Award als lebenswerteste Stadt der Welt in ihrer Kategorie.

Inhaltsverzeichnis


Bearbeiten Geografie


Panorama – links das Grün des Schlossgartens, in der Mitte die Türme der Innenstadtkirchen St. Lamberti und St.-Paulus-Dom, rechts das LVM-Gebäude

Bearbeiten Geografische Lage

Gerard ter Borch: Einzug des holländischen Gesandten Adriaan Pauw (Stadtmuseum Münster)
Gerard ter Borch: Einzug des holländischen Gesandten Adriaan Pauw (Stadtmuseum Münster)

Münster liegt an der Münsterschen Aa, 15 km südlich ihrer Mündung in die Ems, in der von sandig-lehmigen Ablagerungen überdeckten Westfälischen Tieflandsbucht inmitten einer von Streusiedlungen und Einzelhöfen geprägten Landschaft, dem Münsterland. Die saaleeiszeitlichen Sedimente des Münsterländer Kiessandzuges durchziehen die Stadt mittig in Nordsüdrichtung. Der höchste Punkt ist der Mühlenberg in den Vorbergshügeln mit 97 m Ã¼. NN, der niedrigste Punkt befindet sich an der Ems auf einer Höhe von 44 m Ã¼. NN. Münsters Innenstadt liegt auf 60 m Ã¼. NN, gemessen auf dem Prinzipalmarkt vor dem Rathaus.

Die niederländische Stadt Enschede ist etwa 65 km entfernt. Weitere Großstädte in der näheren Umgebung sind Osnabrück, etwa 44 km nördlich, Hamm, etwa 34 km südlich und Dortmund, etwa 61 km südlich sowie Bielefeld, etwa 62 km östlich.

Münster ist einer der 42 deutschen Verdichtungsräume und gehört zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Darin sind jedoch größere schwach besiedelte, ländliche Gebiete der 1975 eingemeindeten Orte enthalten. Nahezu die Hälfte des Stadtgebietes wird für die Landwirtschaft genutzt, woraus sich die relativ geringe Bevölkerungsdichte von knapp 900 Einwohner pro km² ergibt.

Bronzemodell der Innenstadt von Münster
Bronzemodell der Innenstadt von Münster

Außerdem ist das zusammenhängend bebaute Stadtgebiet flächenmäßig vergleichsweise groß, da die Bebauung niedriger ist als in anderen Städten mit vergleichbarer Einwohnerzahl. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Villen sowie der größtenteils nur zwei- bis dreistöckigen Mietshäuser. Hochhäuser gibt es dagegen nur vereinzelt, Mietskasernen und Wolkenkratzer finden sich in Münster nicht. Auffällig ist im Vergleich zu anderen deutschen Städten auch, dass die Häuser überwiegend in Backsteinbauweise errichtet wurden und zu einem hohen Anteil giebel- statt traufenständig sind. Dennoch ergeben sich im Stadtzentrum rund um den historischen Kern in einigen Bereichen hohe Einwohnerdichten von bis zu 15.000 Einwohner pro km².[4] Daraus ergibt sich eine Siedlungsdichte, das heißt die Einwohnerdichte im besiedelten Stadtgebiet, von rund 2890 Einwohner pro km².[5]

Die Gesamtfläche des Stadtgebietes von 302,92 km² teilt sich auf in 58,04 km² Gebäudeflächen, 1,18 km² Betriebsflächen, 25,86 km² Verkehrsflächen, 155,53 km² Agrar- und Grünflächen, 8,94 km² Wasserflächen, 47,09 km² Waldflächen sowie 6,28 km² anderweitig genutzte Flächen.[6] Der Umfang beträgt dabei 107 km, die Ausdehnung von Norden nach Süden 24,4 km und von Westen nach Osten 20,6 km.[7]

Bearbeiten Klima

Klimadiagramm von Münster
Klimadiagramm von Münster[8]

Zwar heißt es in Münster oft „Entweder es regnet oder es läuten die Glocken. Und wenn beides zusammen fällt, dann ist Sonntag“, tatsächlich aber entspricht die Niederschlagsmenge der Stadt mit rund 744 mm pro Jahr etwa dem Durchschnitt in Deutschland.[9] Der Eindruck, Münster sei eine regenreiche Stadt, entsteht nicht durch die absolute Niederschlagsmenge, sondern vielmehr durch die überdurchschnittliche Zahl von Regentagen mit allerdings meist geringerer Niederschlagsmenge. Die Durchschnittstemperatur beträgt 9,2 Â°C bei ungefähr 1500 Sonnenstunden im Jahr.[9] Hinsichtlich der jährlichen Sonnenstunden liegt Münster im Vergleich zu anderen deutschen Städten im unteren Fünftel. Die münsterschen Winter sind im Bundesvergleich relativ mild, sodass es vergleichsweise selten schneit, während die Sommertemperaturen dem Bundesdurchschnitt entsprechen.

Bearbeiten Nachbargemeinden und Kreise

Die Stadt grenzt an folgende Städte und Gemeinden â€“ sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten: Altenberge und Greven (Kreis Steinfurt), Telgte, Everswinkel, Sendenhorst und Drensteinfurt (Kreis Warendorf), sowie Ascheberg, Senden und Havixbeck (Kreis Coesfeld).

Bearbeiten Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Münsters ist gemäß § 1 der Hauptsatzung der Stadt in die sechs Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, West, Süd-Ost und Hiltrup gegliedert. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung mit jeweils 19 Mitgliedern, die bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt werden. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Gemäß der Hauptsatzung gliedern sich die einzelnen Stadtbezirke weiter auf in Wohnbereiche. Dieser offizielle Begriff wird jedoch sowohl im allgemeinen als auch im offiziellen Sprachgebrauch praktisch nicht verwendet. Stattdessen wird der Begriff des Stadtteils als Synonym für Wohnbereich benutzt. Zu statistischen Zwecken sind diese Wohnbereiche weitergehend in insgesamt 45 statistische Bezirke untergliedert.

Nachfolgend sind die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Wohnbereichen und weiteren Wohnplätzen gemäß der Hauptsatzung der Stadt Münster aufgelistet. Es handelt sich dabei um die offiziellen Bezeichnungen, wie sie in der Satzung aufgeführt sind und die sich teilweise von der Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheiden: [10]

Aufteilung der Stadt Münster in die Stadtbezirke â€“ die dunklen Flächen kennzeichnen die bebauten Teile des Stadtgebietes
Aufteilung der Stadt Münster in die Stadtbezirke â€“ die dunklen Flächen kennzeichnen die bebauten Teile des Stadtgebietes

Der Kernbereich der Stadt kann in historisch gewachsene Stadtviertel unterteilt werden. Die Grenzen dieser Stadtviertel sind oftmals nicht genau definiert. Zu den Stadtvierteln gehören unter anderem Aaseestadt, Erphoviertel, Geistviertel, Hansaviertel, Herz-Jesu-Viertel, Kreuzviertel, Kuhviertel, Mauritzviertel, Pluggendorf, Rumphorst, Südviertel, Uppenberg sowie das Zentrum Nord. Die Stadtteile der fünf Außenbezirke umfassen größtenteils die Gebiete der ehemals selbständigen Gemeinden, bevor sie im Laufe der Zeit nach Münster eingemeindet wurden.

Bearbeiten Demografie

Hauptartikel mit mehr Themen zur Demografie, mit Tabellen und Diagrammen, siehe: Einwohnerentwicklung von Münster

Münster hat rund 270.000 Einwohner und mehr als 10.000 Menschen sind mit Nebenwohnsitz gemeldet. Etwa 9 % der Einwohner sind Ausländer. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 % im Juni 2008 [11]. Von den rund 132.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind über 80 % im Dienstleistungssektor beschäftigt, 17 % im produzierenden Gewerbe und 1 % in der Landwirtschaft [12]. Der Altersdurchschnitt der wohnberechtigten Bevölkerung lag im Jahre 2007 bei 40,2 Jahren[13]. Die Lebenserwartung liegt in Münster für Männer bei 76,3 Jahren, für Frauen bei 83,1 Jahren. Dies ist eine der höchsten Lebenserwartungen innerhalb aller deutschen Städte.

Bearbeiten Geschichte

Blick von Süd-Westen auf Münster, eine Arbeit von Remigius Hogenberg aus dem Jahr 1570 basierend auf einer älteren Zeichnung von Hermann tom Ring. Links die Überwasserkirche noch mit der ursprünglichen Turmhaube, mittig der St.-Paulus-Dom, rechts davon die Lambertikirche und rechts außen die Ludgerikirche. Im Vordergrund vor dem Dom das Neuwerk als Teil der Stadtbefestigung am Eintritt der Aa in die Stadt.
Blick von Süd-Westen auf Münster, eine Arbeit von Remigius Hogenberg aus dem Jahr 1570 basierend auf einer älteren Zeichnung von Hermann tom Ring. Links die Überwasserkirche noch mit der ursprünglichen Turmhaube, mittig der St.-Paulus-Dom, rechts davon die Lambertikirche und rechts außen die Ludgerikirche. Im Vordergrund vor dem Dom das Neuwerk als Teil der Stadtbefestigung am Eintritt der Aa in die Stadt.

Bearbeiten Stadtgeschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Münster

Die Gesandten beschwören im Friedenssaal den Frieden von Münster.
Die Gesandten beschwören im Friedenssaal den Frieden von Münster.

Schätzungsweise seit dem sechsten Jahrhundert lag im Bereich des Domplatzes die kleine sächsische Siedlung Mimigernaford. Im Jahre 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), das der sich hier entwickelnden Stadt ihren Namen gab. Im Jahre 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt und die Bauarbeiten zum ersten Dom wurden aufgenommen.

Aufgrund der wachsenden Einwohnerzahl erhielt Münster im Jahre 1170 das Stadtrecht. In diesen Zeitraum fällt auch der Bau der Stadtbefestigung. Die Stadtmauer war etwa vier Kilometer lang und wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch weitere Befestigungsanlagen verstärkt. Zu dieser Zeit war Münster die flächengrößte Stadt Westfalens. In der Kommunalverfassung der Stadt spielten im späten Mittelalter die Leischaften eine wichtige Rolle, indem sie die Kurherren benannten, die an der Wahl der Ratsherren beteiligt waren.

Zwischen 1358 und 1454 erlangte Münster als Mitglied und ab 1494 als Vorort der Hanse in Westfalen eine große Bedeutung. Davon zeugt beispielsweise der Prinzipalmarkt, dessen prächtige Kaufmannshäuser aus dieser Epoche stammen, zu einem Großteil aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und vielfach vereinfacht wiederaufgebaut wurden.

Die Körbe der Täufer am Turm von St. Lamberti.
Die Körbe der Täufer am Turm von St. Lamberti.

1534 begann die dramatische Episode des Täuferreichs von Münster. Sie gipfelte in der Proklamation des Königreichs Zion im September 1534 durch Jan van Leyden mit sich selbst als König. Dieses Königreich hatte jedoch nur bis zum 24. Juni 1535 Bestand, als Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt einnahmen. Die auf grausame Weise gefolterten und hingerichteten Täufer wurden anschließend in drei eisernen Körben an der Lambertikirche zur Abschreckung aufgehängt. Die Originale der Körbe aus dem Jahre 1535 hängen dort noch immer. Fälschlicherweise werden sie oft auch als Käfige bezeichnet. Gründe hierfür sind vor allem Berichte von auswärtigen Autoren und Besuchern, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts mit negativ besetzten Begriffen über die Herrschaft der „Wiedertäufer“ berichteten, sowie Übersetzungsfehler lateinischer Handschriften über das Täuferreich.[14]

1648 fand in Münster und Osnabrück ein Ereignis von europäischem Rang statt. Der Westfälische Friede wurde geschlossen, mit welchem der Dreißigjährige Krieg und der Achtzigjährige Krieg beendet wurden. Gleichzeitig erreichte der Kampf um die Unabhängigkeit der Stadt ihren Höhepunkt. Er gipfelte in dem Versuch, Münster in den Stand einer Freien Reichsstadt zu erheben. Damit war jedoch der Konflikt des Bürgertums mit dem kirchlichen Landesherrn vorprogrammiert. Er resultierte in der offenen Konfrontation mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der 1661 nach achtmonatiger Belagerung die Stadt einnahm und ihr zeitweise sämtliche Rechte entzog.

Blick auf den Prinzipalmarkt um 1900.
Blick auf den Prinzipalmarkt um 1900.
Blick von der Lambertikirche auf den zerstörten Prinzipalmarkt 1945.
Blick von der Lambertikirche auf den zerstörten Prinzipalmarkt 1945.

Nach dem Tode des letzten Fürstbischofs im Jahre 1801 wurde die Stadt ein Jahr später durch den preußischen General Gebhard Leberecht von Blücher besetzt. Diese Maßnahme wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss legitimiert, bevor im Jahre 1806 Truppen Napoléons die Stadt einnahmen und besetzten. Erst im Jahre 1813 wurden die Franzosen durch preußische und russische Truppen aus der Stadt vertrieben. Seit der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress gehörte Münster ab 1815 offiziell zum Königreich Preußen und war Provinzialhauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen.

Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Eingemeindungen kleinerer Umlandgemeinden überstieg die Einwohnerzahl im Jahre 1915 die Marke von 100.000 Einwohner und Münster wurde zur Großstadt. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde – wie in der Hauptstadt Berlin â€“ am 9. November 1918 auf dem Hindenburgplatz die Republik ausgerufen. Der kurze Zeit später eingesetzte Soldatenrat wurde erst einige Monate später im Februar 1919 durch General Oskar von Watter entmachtet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Münster Sitz der Gauleitung vom Gau „Westfalen-Nord“ sowie der Ordnungspolizei, unter deren Leitung circa 200.000 „Ordnungskräfte“ am Massenmord an Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen und anderen Gruppen beteiligt waren. Eine herausragende Persönlichkeit des Widerstands gegen die Nationalsozialisten war Clemens August Graf von Galen, der durch seinen Kampf gegen die Willkür der Gestapo gegenüber katholischen Einrichtungen und das menschenverachtende Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten weit über die Grenzen Münsters bekannt wurde und den Beinamen der Löwe von Münster erhielt. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehörte Münster zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Etwa 91 % der Altstadt und 63 % der gesamten Stadt wurden durch britische Bombenangriffe im Rahmen der Moral Bombing-Strategie zerstört.[15] Auf Drängen der Bevölkerung wurde anders als in vielen anderen deutschen Großstädten ein Teil der historischen Altstadt in den 1950er-Jahren ähnlich dem Vorkriegszustand wieder errichtet.

Am 18. Juni 1990 trafen sich Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse in Münster im historischen Rathaus, um die Zwei-plus-Vier-Gespräche vorzubereiten, die den Weg zur Wiedervereinigung ebneten. Dabei bereiteten die Münsteraner den Politikern auf dem Prinzipalmarkt einen stürmischen Empfang, der Schewardnadse sichtlich rührte.

Bearbeiten Eingemeindungen

Grenzstein nach der ersten Eingemeindung 1875 an der Grevener Straße in Höhe Meßkamp
Grenzstein nach der ersten Eingemeindung 1875 an der Grevener Straße in Höhe Meßkamp

Im Jahr 1816 war das 1,89 km² große Münster mit 7.983 Menschen pro km² die am dichtesten besiedelte Stadt Westfalens. Auf dem Wege von der mittelalterlichen Stadt zu einer modernen Großstadt erlebte die Stadt mehrere Eingemeindungen:

Jahr Eingemeindete Gebiete Fläche (km²)
1875 Teile der Gemeinden Lamberti, Sankt Mauritz und Überwasser 8,9
entspricht ungefähr dem Gebiet des Innenstadtrings plus Kreuzviertel, Mauritzviertel, Hansaviertel sowie Geistviertel
1903 Lamberti: Gremmendorf mit Loddenheide, Berg Fidel, Aaseestadt und Mecklenbeck 56,4
Überwasser: Kinderhaus, Gievenbeck sowie Sentrup
Teil von Sankt Mauritz: Rumphorst sowie Teile des heutigen St. Mauritz
1956 Teile von Coerheide, Kemper und Gelmer, zusammengefasst zum Stadtteil Coerde 6,6
1975 das Amt Sankt Mauritz mit den Gemeinden St. Mauritz, Handorf, Hiltrup, Amelsbüren sowie Sprakel
vom Amt Roxel die Gemeinden Albachten, Nienberge und Roxel (die restlichen Teile des Amtes, Bösensell und Havixbeck, fielen an den Kreis Coesfeld) 228,4
vom Amt Wolbeck die Gemeinden Angelmodde und Wolbeck (die restlichen Teile des Amtes, Albersloh, Alverskirchen und Rinkerode, fielen an den Kreis Warendorf)

Bearbeiten Religionen und Weltanschauungen

Bearbeiten Statistik

Im Jahr 2005 gehörten etwa 55 % der Einwohner der Stadt Münster der römisch-katholischen Kirche an, 20,5 % waren evangelisch, weitere 3 % gehörten einer evangelischen Freikirche an. Etwa 3 % der Bewohner waren Muslime, 0,3 % waren jüdischen Glaubens.

Bearbeiten Geschichte

Bearbeiten Christentum

Nachdem der Friese Liudger 793 das Kloster als Sitz der fränkischen Missionierung der Sachsen und Friesen gegründet hatte, wurde er am 30. März 805 zum Bischof geweiht. Das Bistum erstreckte sich von der Lippe entlang der Ems bis nach Friesland und war seit 798 als Suffragan der Kirchenprovinz Köln unterstellt. Es wurde 1120 nach der Zerschlagung des Herzogtums Sachsen zu einem Fürstbistum innerhalb des Heiligen Römischen Reichs erhoben. Das Hochstift Münster, bestehend aus dem Oberstift Münster und dem Niederstift Münster, war das größte Fürstbistum des Reiches und fiel infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das protestantische Preußen. Eine starke katholische Ausprägung ist auch Grund dafür, dass die Reformation, anders als im größten Teil des übrigen nördlichen Deutschlands, kaum Fuß fassen konnte. Zwar gab es ab 1524 reformatorische Predigten und auch Gewaltakte gegen Klöster, doch scheiterte die Einführung der Reformation 1543 am Widerstand des Domkapitels und der Ritterschaft und sie wurde ab 1589 durch die Jesuiten nahezu vollständig verdrängt (Rekatholisierung). Geringe reformatorische Tendenzen im 17. Jahrhundert blieben erfolglos. Dennoch gab es in jener Zeit einige Protestanten in der Stadt, die eigene Gildemeister hatten, bis die letzten verbleibenden Protestanten auf Befehl des Stadtrates im Jahre 1628 der Stadt verwiesen wurden. Münster blieb somit ein bedeutendes geistliches Zentrum des Katholizismus, was auch im Stadtbild an der im Verhältnis zur Größe der Stadt auffällig großen Anzahl katholischer Kirchen erkennbar ist. 1821 wurde das heutige Bistum Münster neu umschrieben. 1825 wurde das Stadtdekanat Münster errichtet, das heute aus den Dekanaten Hiltrup, Lamberti, Liebfrauen und Mauritz besteht und zu dem nahezu alle Pfarrgemeinden der Stadt Münster gehören. Lediglich die Pfarrgemeinden St.-Paulus-Dom und St. Peter sind keinem der vier Dekanate zugeordnet.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auch Protestanten „geduldet“. Den historischen – heute wohl nur noch aus der Sicht weniger Münsteraner relevanten â€“ Status der Münsteraner Protestanten als marginalisierter Minderheit spiegelt das alte Münsteraner Sprichwort wider, „evangelisch, kein Fahrradfahrer und zugereist“ seien die drei „Münsteraner Todsünden“. 1803 konnte die erste protestantische Kirchengemeinde gegründet werden, deren Mitgliederzahl im Jahr 1817 jedoch nur 534 betrug. Die Stadt wurde 1816 auch Sitz der Kirchenverwaltung (Konsistorium) für die gesamte Provinz Westfalen innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen sowie Sitz eines Superintendenten. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erhöhte sich der Anteil der Protestanten an der Münsteraner Gesamtbevölkerung allmählich durch den Zuzug preußischer Verwaltungsbeamter, die häufig evangelisch waren. In späteren Jahrzehnten, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, hat sich der Anteil der Protestanten durch Zuzug der häufig evangelischen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Ostpreußen, Hinterpommern und Niederschlesien sowie der mehrheitlich evangelischen Spätaussiedler stark erhöht und so entstanden weitere Kirchengemeinden. Aus der früheren Superintendentur wurde der heutige Kirchenkreis Münster, zu dem 26 Kirchengemeinden der Stadt Münster und einiger Nachbargemeinden gehören. Die Kirchenverwaltung der Provinz Westfalen (seit 1. Dezember 1953 Evangelische Kirche von Westfalen) zog jedoch 1956 nach Bielefeld um (Einweihung des neuen Kirchenamtes am 26. April 1956).

Daneben bestehen in Münster auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen: eine Freie evangelische Gemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die Altkatholische Kirche, zwei Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, die Jesus Freaks, eine International Gospel Church und weitere.

Bearbeiten Judentum

Alte Synagoge (zerstört 1938)
Alte Synagoge (zerstört 1938)
Hauptartikel: Judentum in Münster

Nach den Chroniken der Stadt Münster existierte bereits im 12. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde in Münster. Sie ist damit eine der ältesten im Nordwesten Deutschlands. Ihr Zentrum befand sich am Ort des heutigen Rathausinnenhofs, ihr Friedhof am Ort des heutigen Paulinum-Gymnasiums. Bei den ältesten noch erhaltenen Funden jüdischer Kultur handelt es sich um mehrere jüdische Grabsteine, die im Jahre 1887 bei Bauarbeiten am Turm der Lambertikirche entdeckt wurden und dort im Mauerwerk eingelassen waren. Das älteste davon noch erhaltene Fragment trägt nach jüdischem Kalender das Datum 25. Tammus 5084, welches dem 18. Juli 1324 nach dem gregorianischen Kalender entspricht.[16][17] Während der Zeit des schwarzen Todes in Europa um 1350 fielen die jüdische Gemeinde und ihr Friedhof Pogromen zum Opfer. Dies erklärt auch den Fund der Grabsteine im Mauerwerk der Lambertikirche. Danach existierte bis ins 19. Jahrhundert hinein keine jüdische Gemeinde mehr in Münster. Allenfalls wurde Juden der Aufenthalt in der Stadt zeitlich befristet gestattet.

Anzeichen für den Neubeginn des Judentums in Münster lassen sich für den Anfang des 19. Jahrhunderts finden. Im Jahre 1811 wurde ein neuer jüdischer Friedhof in Münster angelegt. 1828 gründete der münsterländische Reformjude Alexander Haindorf mit der Marks-Haindorf-Stiftung eine jüdische Elementarschule. Im Jahre 1830 entstand die erste Synagoge seit dem Mittelalter in der Stadt, die um 1870 für die anwachsende Gemeinde mit ihren fast 400 Mitgliedern zu klein wurde. Eine neu errichtete, größere und prächtige Synagoge wurde am 27./28. August 1880 eingeweiht. Die Gemeinde wollte einen Bau errichten, „welcher der Provinzialhauptstadt zur Zierde gereichen und […] einen monumentalen Wert“ [18] haben sollte. Sie erhoffte sich damit das Interesse der städtischen Behörden und der Bürger zu wecken. Allerdings blieben sowohl der Regierungspräsident als auch der Oberbürgermeister der Einweihungszeremonie fern. Die örtliche Presse erwähnte die Einweihung mit einer vierzeiligen Notiz.

Die Synagoge in der Klosterstraße
Die Synagoge in der Klosterstraße

Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es wie überall in Deutschland auch in Münster zu Pogromen, Vertreibungen und Ermordungen von jüdischen Einwohnern, wodurch deren Anteil an der Bevölkerung stark zurückging. Während der Reichspogromnacht 1938 wurde zudem am frühen Morgen des 10. November die Synagoge in Brand gesetzt und zerstört, jedoch 1961 durch einen Neubau ersetzt, der am 12. März 1961 eröffnet wurde. Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 299 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. [19] Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus ist die jüdische Gemeinde nicht zuletzt durch den Zuzug von jüdischen Flüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion wieder angewachsen und umfasst etwa 800 Gläubige.

Bearbeiten Islam

Bait-ul-Momin Moschee, erste Moschee Münsters
Bait-ul-Momin Moschee, erste Moschee Münsters

Die mehrheitlich muslimischen Einwanderer gehören mehreren kleineren Gemeinden verschiedener, meist sunnitischer Richtungen an. Da der Ausländeranteil in Münster, anders als in Ballungsgebieten, nur etwa dem deutschen Durchschnitt entspricht, ist der Islam im Stadtbild Münsters insgesamt kaum präsent. In der Innenstadt gibt es keine große Moschee. In Hiltrup wurde Anfang 2003 die Bait-ul-Momin-Moschee als größte im heutigen Stadtgebiet feierlich in Anwesenheit von vielen Persönlichkeiten der Politik, Kirchen und einfachen Bürgern eröffnet. Sie steht im Gewerbegebiet an der Hansestraße. Somit haben die Muslime in diesem Ortsteil ein repräsentatives Gotteshaus.

Die Bait-ul-Momin-Moschee wurde von der Ahmadiyya Muslim Dschamaat gebaut. Hierbei handelt es sich um eine islamische Gemeinschaft, deren Gründer sich als der Messias und Mahdi verstand. Die Ahmadi-Muslime werden von den Sunniten nicht als Muslime anerkannt.

Auch verschiedene Sufi-Orden, die allgemein als Vertreter eines mystischen Islam angesehen werden, finden sich in Münster. So zum Beispiel der Orden der Tariqah Burhaniya, der in Münster fast ausschließlich aus Deutschen Muslimen besteht.

Bearbeiten Andere Religionen und Konfessionslose

Der Anteil der Gläubigen anderer Religionen ist in Münster gering. Infolge der Austritte aus den christlichen Kirchen und des Zuzugs häufig konfessionsloser Bürger aus den neuen Bundesländern seit 1990 wuchs der früher sehr niedrige Anteil konfessionsloser Einwohner.

Bearbeiten Politik

Für die geschichtliche Entwicklung siehe auch: Geschichte der städtischen Selbstverwaltung

Bearbeiten Organe der Stadtverwaltung

Die Stadt Münster wird regiert von einem Rat der Stadt sowie einem Oberbürgermeister, der zugleich Vorsitzender des Rates ist. Der Rat besteht seit der Kommunalwahl im Jahre 2004 aus 74 Mitgliedern, von denen 33 direkt in den Wahlbezirken und 41 über die Parteilisten gewählt wurden. Er ist für die Angelegenheiten der Stadt zuständig, sofern die Gemeindeordnung im Einzelfall nichts anderes bestimmt. Zu Beginn einer Amtsperiode wählen die Mitglieder des Rates aus ihrer Mitte Bürgermeister als ehrenamtliche Stellvertreter für die Leitung der Sitzungen und Repräsentation der Stadt.

Der Oberbürgermeister ist der Repräsentant der Stadt und Leiter der Verwaltung. Er ist der Vorsitzende des Stadtrates und besitzt dort auch Stimmrecht, ohne jedoch ein Mitglied des Rates zu sein. Daneben besitzt er Stimmrechte im Haupt- sowie Finanzausschuss. Der Oberbürgermeister lädt auch zu Ratssitzungen ein und stellt die Tagesordnung auf. Im äußersten Fall kann er gegen Ratsbeschlüsse Widerspruch einlegen, sofern er dadurch das Wohl der Stadt gefährdet sieht. Die letzte Entscheidung über den Beschluss liegt jedoch nicht bei ihm, sondern beim Rat der Stadt. Zu den weiteren Aufgaben, Rechten und Pflichten des Oberbürgermeisters gehören unter anderem die Abwicklung des Tagesgeschäftes innerhalb der Verwaltung, die Beschlüsse der politischen Gremien vorzubereiten beziehungsweise bereits gefasste Beschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und auszuführen, sowie in dringenden Fällen zusammen mit einem Ratsmitglied eine Dringlichkeitsentscheidung zu treffen.

Über die Angelegenheiten innerhalb eines Stadtbezirks entscheidet die Bezirksvertretung, beispielsweise die Unterhaltung und Ausstattung der Schulen, Sportplätze oder Park- und Grünanlagen. An der Spitze einer jeden Bezirksvertretung steht der Bezirksvorsteher, der zu Beginn der Amtszeit aus den Mitgliedern der Bezirksvertretung gewählt wird.

Die drei genannten Organe werden alle fünf Jahre von den Bürgern der Stadt, das heißt den wahlberechtigten Einwohnern, im Rahmen der Kommunalwahl gewählt. Die Wahl des Oberbürgermeisters erfolgt direkt. Sie endete am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl. Dabei unterlag Herausforderer Christoph Strässer, SPD (46,2 %) dem Amtsinhaber Dr. Berthold Tillmann, CDU (53,8 %). Weitere Bürgermeister/innen sind Karin Reismann (CDU), Beate Vilhjalmsson (SPD) und Hans Varnhagen (FDP).

Bearbeiten Rat der Stadt

Der Rat der Stadt Münster hat seit der Kommunalwahl 2004 insgesamt 74 Mitglieder, die sich auf die einzelnen Parteien folgendermaßen verteilen:

CDU SPD GRÜNE FDP UWG-MS PDS ödp Gesamt
2004 31 19 14 6 2 1 1 74

Bekanntestes Ratsmitglied ist Carola Möllemann-Appelhoff (FDP), die Witwe des FDP-Politikers Jürgen Möllemann.

Bearbeiten Abgeordnete für Münster

Für Münster sitzen im 16. Deutschen Bundestag die selben Abgeordneten wie auch schon in der 15. Legislaturperiode. Dies sind neben Christoph Strässer (SPD), der sowohl 2002 als auch 2005 das Direktmandat des Wahlkreises 130 gewann, Ruprecht Polenz (CDU), Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen) und Daniel Bahr (FDP), eingezogen über die jeweilige Landesliste.

Die Duelle zwischen Strässer und Polenz waren beide Male sehr knapp, 2002 lagen 0,9 Prozentpunkte zwischen den Kandidaten, 2005 nur noch 0,32. Mit vier Bundestagsabgeordneten aus einem Wahlkreis stellt Münster eine Ausnahme dar, 2002 gelang ein solches Ergebnis nur zwei weiteren Wahlkreisen.

Direkt gewählte Abgeordnete im Landtag Nordrhein-Westfalen sind in der 14. Wahlperiode (Landtagswahl am 22. Mai 2006) Marie-Theres Kastner (CDU) und Thomas Sternberg (CDU). Über die Landesliste wurden Svenja Schulze (SPD) und Rüdiger Sagel (Die Linke; ehemals Bündnis 90/Die Grünen, vom 15. Juni bis 23. Oktober 2007 parteilos) in den Landtag gewählt. Am 14. Mai 2007 ist Anna Boos (SPD) in den Landtag nachgerückt.

Bearbeiten Wappen

Hauptartikel: Wappen von Münster (Westfalen)
Das große Wappen der Stadt Münster
Das große Wappen der Stadt Münster

Das erste Siegel der Stadt ist nachweisbar um das Jahr 1231. Im Mittelalter zeigte das große Stadtsiegel eine stilisierte Stadt mit Mauern und Türmen. Der Siegelstempel wurde im Jahre 1534 von den Täufern vernichtet. Nach der Niederlage der Täufer und der Übernahme der Stadt durch den Fürstbischof wurde ein neues Siegel in Gebrauch genommen, welches dem alten sehr ähnlich war, jedoch zusätzlich das fürstbischöfliche Balkenwappen enthielt. Dieses Wappen in Gold-Rot-Gold ist um 1300 als Wappen des Stifts Münster nachgewiesen. Neben diesem großen Siegel existierte noch ein kleineres Siegel, auch als Sekretus bezeichnet, das den heiligen Paulus mit Schwert sowie Heiligenschein zeigte. Es wurde ebenfalls nach der Zerstörung durch die Täufer neu gefertigt und war bis zur Auflösung des Fürstbistums Münster im Jahre 1802 im Gebrauch.

Das Wappen der Stadt Münster zeigt einen von Gold, Rot und Silber geteilten Schild. Es ist eine Abwandlung des Stiftswappens des Bistums (Gold-Rot-Gold), das ab dem Jahr 1300 nachgewiesen ist. Andere Quellen sprechen auch von einer Kombination mit dem Wappen der Hanse (Rot und Silber). Die älteste bekannte Darstellung stammt aus dem Jahre 1368. Die erste farbige Abbildung des Stadtwappens ist aus dem 15. Jahrhundert überliefert.

In der Schmuckfassung, die unter anderem den Briefkopf des Oberbürgermeisters ziert, wird der Schild von zwei aufrecht stehenden Löwen gehalten, deren Köpfe dem Schild zugewandt sind. Ihre Zungen und Krallen sind rot. Über dem Schild befindet sich ein blauer Helm, dessen fächerförmige Helmzier die Stadtfarben wiederholt. Es sind 17 Spitzen des Fächers vorgeschrieben. Schild und Helm werden von Decken in Gold und Rot umrahmt. Diese Form wurde 1928 festgelegt.

Bearbeiten Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften:
York in Großbritannien, seit 1958
Orléans in Frankreich, seit 1960
Kristiansand in Norwegen, seit 1967
Monastir in Tunesien, seit 1969
Rishon-Le-Zion in Israel, seit 1981
Fresno in den USA, seit 1986
Rjasan in Russland, seit 1989
Mühlhausen in Thüringen, seit 1990
Lublin in Polen, seit 1991
Städtefreundschaften:
Braniewo in Polen, seit 1954
Beaugency in Frankreich, seit 1974
Bodenplatte einer Skulptur mit den Richtungen und Entfernungen zu den Partnerstädten in der Salzstraße.
Bodenplatte einer Skulptur mit den Richtungen und Entfernungen zu den Partnerstädten in der Salzstraße.
Der Stadthausturm am Prinzipalmarkt.
Der Stadthausturm am Prinzipalmarkt.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Stadt Münster mit insgesamt neun Städten eine Städtepartnerschaft eingegangen. Als erstes Zeichen der Versöhnung bekundeten Münster und York im Jahre 1958 ihre Freundschaft. Die Verbindung zwischen beiden Städten kommt durch den heiligen Liudger zustande, der mit der Errichtung eines Klosters den Grundstein von Münster legte und zuvor an der Domschule in York ausgebildet wurde. Zentrales Element der Partnerschaft ist der Schüleraustausch, aber auch weitere Verbindungen sind seit dem Jahre 1961 entstanden. So bestehen Kontakte zwischen verschiedenen Vereinen, Verbänden und Gruppen sowie zwischen einzelnen Familien beider Städte. Eine besondere Bindung zwischen beiden Städten besteht seit 1996 durch ein Kooperationsabkommen zwischen den Universitäten in York und Münster.

Im Jahre 1960 folgte eine zweite Partnerschaft mit der französischen Stadt Orléans. Ähnlich wie in Münster wurde der historische Stadtkern im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und anschließend weitestgehend originalgetreu wiederaufgebaut. Zudem markierten bedeutende Ereignisse in beiden Städten Wendepunkte in der Geschichte. Jeanne d’Arcs erfolgreiche Belagerung Orléans im Jahre 1429 war ein Wendepunkt zugunsten Frankreichs im Hundertjährigen Krieg, während der Westfälischer Friede von 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieges einläutete. Wie schon bei der Partnerschaft mit York ist auch hier der Schüleraustausch das zentrale Bindeglied, das durch weitere Beziehungen von Vereinen und Organisationen sowie sportlichen Begegnungen untereinander erweitert wird. Zusätzlich besteht zwischen Orléans und Münster ein reger Austausch von Praktikanten, Stipendiaten oder auch Berufseinsteigern.

Mit Kristiansand ging Münster im Jahre 1967 als erste deutsche Stadt eine Städtepartnerschaft mit einer norwegischen Stadt ein. Die Initiative ging von Kristiansand aus, als Delegationen beider Städte zu den Jeanne d’Arc-Feierlichkeiten in Orléans weilten, zu denen Vertreter aller Partnerstädte eingeladen waren. Obwohl die Unterschiede zwischen beiden Städten in den Bereichen Einwohnerzahl und Geschichte nicht offensichtlicher sein können, besitzen sie seit Ende der 1970er Jahre eine Gemeinsamkeit. Zeitgenössische Skulpturen zieren die Stadtbilder sowohl von Münster als auch von Kristiansand. Die Partnerschaft zwischen beiden Städten drückt sich vornehmlich durch viele Treffen zwischen Schulen und Vereinen, aber auch privaten Freundschaften aus.

Weitaus ähnlicher sind sich demgegenüber Münster und die tunesische Stadt Monastir. Sie entstanden ungefähr zur selben Zeit im 8. Jahrhundert. Ursprung war in beiden Fällen ein Kloster, was noch immer an den Namen der Städte erkennbar ist. Sowohl „Münster“ als auch „Monastir“ sind vom lateinischen „monasterium“ abgeleitet. So gingen beide Städte im Jahre 1969 eine Partnerschaft ein, deren maßgebliches Ziel die Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaftsförderung war. Für die intensivierte Zusammenarbeit nicht nur mit Monastir sondern auch den anderen Partnerstädten bekam Münster im Jahre 1970 vom Europarat die „Europa-Flagge“ als Auszeichnung überreicht. Dementsprechend konzentriert sich die Partnerschaft vor allem auf die Bereiche Medizin, Wirtschaft und Kultur, insbesondere Musik.

Die erste Partnerschaft mit einer israelischen Stadt wurde im Jahre 1981 mit Rishon-Le-Zion unterzeichnet, nachdem bereits seit dem Jahre 1971 erste Kontakte auf sportlicher Basis geknüpft wurden. Obwohl Rishon-Le-Zion mit etwa einhundertjähriger Stadtgeschichte deutlich jünger als Münster ist, so ist es auch ein Verwaltungszentrum. Dennoch existiert ein besonders intensives gegenseitiges Interesse aneinander was Freundschaften aber auch Hilfe und Unterstützung anbelangt.

Im Jahre 1986 schloss Münster eine Städtepartnerschaft mit Fresno in den USA. Dabei gingen die ersten Kontakte bereits bis zu Beginn der 1980er Jahre zurück, die sich zunächst hauptsächlich auf den Jugendaustausch konzentrierten. Seitdem wurden die Kontakte mit der etwa 100 Jahre alten Stadt Fresno, einer der am schnellsten wachsenden Städte der USA, auch auf die Bereiche Sport und Musik sowie den Hochschulsektor ausgeweitet.

Nach dem Ende des Kalten Krieges entwickelte sich die Idee der Städtepartnerschaften Richtung Osten. Als erste Stadt des ehemaligen Ostblocks ging die russische Stadt Rjasan im Jahre 1989 eine Stadtpartnerschaft ein. Beide Städte pflegten bereits seit Beginn der 1980er Jahre eine freundschaftliche Beziehung. Insbesondere die humanitäre Hilfe stand hierbei im Vordergrund. Aber auch in den Bereichen Kunst, Medizin sowie in den Verwaltungen der Städte und den ansässigen Banken konnten seitdem Kontakte geknüpft werden.

Im Jahre 1990 schlossen mit Mühlhausen in Thüringen und Münster erstmals zwei deutsche Städte aus den ehemaligen getrennten Teilen Deutschlands eine Partnerschaft, die beide über frei gewählte Kommunalparlamente verfügten. Trotz Unterschieden in der Größe verfügen beide Städte auch über Gemeinsamkeiten: Sowohl Mühlhausen als auch Münster sind geprägt von einer historischen Altstadt mit vielen Kirchen. Zudem waren beide Mitglied in der Hanse und sind führend im Bereich des Klimaschutzes. Aufgrund der geringen Entfernung zwischen den beiden Städten haben sich viele Kontakte entwickelt, insbesondere zwischen den Schulen und in den Bereichen Kunst, Kultur und Sport.

Die bisher letzte Städtepartnerschaft wurde im Jahre 1991 mit Lublin in Polen geschlossen. Dabei gingen die ersten Kontakte bereits auf den Beginn der 1970er Jahre durch die Universitäten beider Städte zurück. Seitdem haben sich die Kontakte der sich deutlich voneinander unterscheidenden Städte auf weitere Bereiche ausgeweitet. Dazu gehören neben Schüleraustauschen auch Verbindungen zwischen Kirchengemeinden, Künstlern, Sportlern sowie Medienvertretern.

Inzwischen ist es nicht nur bei den bilateralen Beziehungen geblieben. So haben sich mit Orléans – Kristiansand – Münster und Lublin – Rishon-Le-Zion – Münster bereits zwei Dreieckspartnerschaften entwickelt. Für die Aktivitäten der Städtepartnerschaften wurde Münster am 29. September 2007 mit dem Europapreis des „Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit“ ausgezeichnet und erzielte die höchste Punktezahl aller bewerteten Städten und ihren Partnerschaften.[20]

Nach dem Tsunami Weihnachten 2004 in Asien wurde deutschen Städten empfohlen, sich eine Stadt oder Region in den betroffenen Gebieten zu suchen, die ungefähr der Größe der deutschen Stadt entspricht und ihre Hilfe auf diese eine Stadt zu konzentrieren. Die Stadt Münster und ihre Umgebung wählten daraufhin die indonesische Insel Nias. Bis zum August 2005 konnten so über 650.000 Euro an Spenden gesammelt werden, mit denen unter anderem Boote für die Fischer auf Nias bezahlt wurden, um die Eigenversorgung der Insel mit Nahrungsmitteln zu fördern.

Bearbeiten Oberbürgermeister seit 1824

  • [1] Münster bleibt 28 Monate ohne Oberbürgermeister. Ausgelöst durch Diskussionen in der Frankfurter Nationalversammlung um die Art der Anstellung der Bürgermeister entschied die Stadtverordnetenversammlung die vorläufige Aussetzung der Oberbürgermeisterwahl.
  • [2] Am 23. Oktober 1850 zum „Ersten Bürgermeister“ gewählt, wurde von Olfers der Titel „Oberbürgermeister“ am 7. Juni 1851 von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, verliehen.

Bearbeiten Oberstadtdirektoren 1946 bis 1997

In den Jahren von 1946 bis 1997 existierte im Rahmen der politischen Doppelspitze neben dem Amt des Oberbürgermeisters noch das Amt des Oberstadtdirektors als Leiter der Stadtverwaltung. Folgende Personen bekleideten dieses Amt:

Bearbeiten Wirtschaft und Infrastruktur

Bearbeiten Wirtschaft

Münsters größte Arbeitgeber waren nie Wirtschaftsbetriebe, sondern von jeher die Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen der Stadt, unter anderem die Universität, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Bezirksregierung. Aus diesem Grund wird Münster vielfach auch als „der Schreibtisch Westfalens“ tituliert. Ferner ist Münster im Vergleich zu anderen etwa gleich großen Städten als Kaufmannsstadt überdurchschnittlich bedeutsam. Neben diesen Wirtschaftszweigen spielt jedoch auch die traditionelle Landwirtschaft â€“ insbesondere in Randbereichen der eingemeindeten Orte â€“ weiterhin eine wichtige Rolle.

Große Industrieunternehmen gibt es in Münster nicht, stattdessen sind nur einzelne mittelgroße sowie ansonsten kleine ansässig. Erwähnenswert sind die BASF Coatings AG, die Lacksparte von BASF, die im Stadtteil Hiltrup über 2.000 Menschen beschäftigt, die Brillux Lacke- und Farbenwerke, sowie die Westfalen AG, ein Tankstellenkettenbetreiber und führender Flüssiggas-Versorger in Deutschland. Ebenfalls erwähnenswert ist die Hengst GmbH & Co. KG, ein führender Hersteller von Filtern und Filter-Systemen für Autos.

Sitz der NRW.BANK in Münster
Sitz der NRW.BANK in Münster

Weit bedeutender ausgebaut ist in Münster der Sektor Finanzdienstleistung. So ist die Stadt unter anderem Sitz der Provinzial-Versicherung NordWest, der LVM Versicherungen (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a. G.), der Sparkasse Münsterland Ost, der Westdeutschen Landesbausparkasse, der PSD Bank Westfalen-Lippe, der Sparda-Bank Münster, der Westdeutschen Immobilienbank, der WL BANK sowie (neben Düsseldorf) Sitz der WestLB und NRW.BANK.

Als weitere Dienstleister haben ihren Sitz in Münster die Westdeutsche Lotterie GmbH, der zweitgrößte deutschsprachige Internetbuchhändler buch.de, sowie die Multiplex-Kinokette Cineplex. Ebenso ansässig sind die Rechenzentren der Volks- und Raiffeisenbanken für den norddeutschen Raum, die GAD eG, und eine Niederlassung des Rechenzentrums der Sparkassen, die Sparkassen Informatik. Im Stadtteil Kinderhaus befindet sich der Sitz des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes, der als Spitzenverband für die Sparkassen in Westfalen-Lippe zuständig ist. Dort befindet sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft das Tochterunternehmen, die Westfälisch-Lippische Sparkassenakademie. Mit insgesamt 28 Call-Centern ist Münster der größte Standort für Telefonmarketing und -umfragen in Nordrhein-Westfalen. Zudem ist Münster Hauptsitz von The Phone House, einem Telekommunikationsdiensteanbieter mit insgesamt über 700 Mitarbeitern. Der deutsche Sitz des größten Rechtdatenbank-Anbieters, LexisNexis befindet sich ebenfalls mit über 300 Mitarbeitern in Münster.

Das CeNTech im Technologiehof
Das CeNTech im Technologiehof

In der Bio- und Nanotechnologie nimmt Münster eine führende Stellung ein. Der Grund hierfür sind unter anderem die enge Zusammenarbeit mit der Universität und die vielfältigen Möglichkeiten für Unternehmen, sich in Münster anzusiedeln. So gibt es neben dem Technologiehof mit 10.000 m² Nutzfläche auch das nördlich des Biotech-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität angesiedelte Centrum für Nanotechnologie, kurz CeNTech, das Startup-Unternehmen der Nanotechnologiebranche Büro- und Forschungsräume auf insgesamt 2.400 m² zur Verfügung stellt. Beispiele für Nano- und Biotechnologiefirmen in Münster sind die General Electric Healthcare Technologies im Bereich Radiopharmazie für Positronen-Emissions-Tomographie oder die Cilian AG, eine Ausgründung der Zoologie der Universität, die sich mit Mikroorganismen beschäftigt, den Ciliaten. Covance Inc. ist als Auftragsforschungsinstitut eines der weltgrößten seiner Art zur Planung und Durchführung klinischer Prüfungen, ist aber wegen der dort durchgeführten Tierversuche umstritten. Zur weiteren Stärkung des in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Sektors haben sich die Hochschulen, Transfereinrichtungen und Sponsoren, Unternehmen und Forschungszentren im Verein bioanalytik-muenster zusammengeschlossen. Jüngstes Projekt, um Hochtechnologieunternehmen aus den Bereichen Life Science, Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnik einen Anreiz zur Ansiedlung in Münster zu geben, ist der knapp 66.000 m² große Technologiepark im Nordwesten von Münster in unmittelbarer Nähe des Leonardo-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Insgesamt wurde in Münster zum Ende des Jahres 2002 ein Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von knapp 10,395 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Anstieg von über 20 % seit dem Jahr 1996 darstellt [21]. Pro Kopf liegt die Wirtschaftsleistung somit im Durchschnitt bei etwa 38.200 Euro. Münster ist damit einer der wirtschaftsstärksten Standorte in Nordrhein-Westfalen, was auch die im Vergleich zu anderen Städten geringe Arbeitslosenzahl zwischen 8 % und 9 % erklärt. [22]

Bearbeiten Bildung und Forschung

Das fürstbischöfliche Schloss, Sitz und Wahrzeichen der Westfälischen Wilhelms-Universität
Das fürstbischöfliche Schloss, Sitz und Wahrzeichen der Westfälischen Wilhelms-Universität

Münster gilt als Universitätsstadt. Insgesamt studieren um die 50.000 Menschen in den Einrichtungen der Stadt, dazu kommen über 30.000 Schüler. Damit lernen und studieren mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Stadt.

Die rund 33.000 Schüler der Stadt verteilen sich auf 92 Schulen: Im Stadtgebiet existieren 47 Grundschulen mit fast 9.675 Schülern. Die weiterführenden Schulen teilen sich auf in acht Hauptschulen (2.558 Schüler), elf Sonderschulen (2.023 Schüler), neun Realschulen (4.490 Schüler) und 14 Gymnasien (etwa 12.412 Schüler). Außerdem gibt es mit der Friedensschule eine Gesamtschule mit 1.507 Schülern und eine Waldorfschule mit 458 Schülern (Stand jeweils Schuljahr 2007/2008).[23] Als älteste Schule der Stadt gilt das Gymnasium Paulinum, welches bereits im Jahr 797 gegründet worden sein soll.

Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist mit rund 40.500 Studierenden (Stand: Wintersemester 2006/2007) verteilt auf 130 verschiedenen Studienfächer in 15 Fachbereichen eine der größten Universitäten Deutschlands sowie größter Arbeitgeber der Stadt mit circa 13.000 Beschäftigten (inklusive dem Universitätsklinikum). Sie wurde 1780 gegründet, seit 1805 war sie preußische Landesuniversität. 1818 gab es im Zuge der Gründung der Universität Bonn eine Herabstufung zur königlichen Akademie mit den Fakultäten Theologie und Philosophie, bis sie im Jahre 1902 wieder in den Stand einer Universität erhoben wurde. 1907 erhielt die Universität ihren heutigen Namen, ihr