| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Lörrach | |
| Höhe: | 294 m ü. NN | |
| Fläche: | 39,42 km² | |
| Einwohner: | 47.880 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1215 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 79539–79541 (alt: 7850) | |
| Vorwahl: | 07621 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LÖ | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 36 050 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt sowie 3 Stadt- und 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Luisenstraße 16 79539 Lörrach |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Gudrun Heute-Bluhm (CDU) | |
Lörrach ist eine Kreisstadt im Südwesten Baden-Württembergs. Sie ist die größte Stadt des gleichnamigen Landkreises und seit dem 1. April 1956 Große Kreisstadt. In der näheren Umgebung liegen der Schwarzwald, das Rheintal sowie die Städte Weil am Rhein und Basel.
Lörrach liegt weniger als fünf Kilometer vom Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz entfernt, die Gemarkungsfläche grenzt unmittelbar an die Schweiz. Die Stadt ist Bestandteil des Trinationalen Eurodistricts Basel (früherer Name: Trinationale Agglomeration Basel) mit rund 830.000 Einwohnern. Der erweiterte trinationale Ballungsraum wird, da er sich um das Rheinknie gebildet hat, auch RegioTriRhena genannt. Dieser Lebens- und Wirtschaftsraum umfasst die Gegend im äußersten Südwesten Baden-Württembergs, die Nordwestschweiz sowie das Oberelsass. Er zählt etwa 2,3 Millionen Einwohner und über eine Million Erwerbstätige.[2]
Bearbeiten Geografie
Bearbeiten Lage
Lörrach liegt im äußersten Südwesten Deutschlands an den Ausläufern des südlichen Schwarzwaldes im Wiesental und an der Schweizer Grenze zu Riehen, welches dem Kanton Basel angehört. Längs der Wiese, einem rechten Nebenfluss des Rheins, verläuft die sogenannte „Grüne Grenze“ zur Schweiz, ein Wanderweg für Fußgänger und Radfahrer.
| Binzen | Rümmingen | Steinen (Baden) |
| Weil am Rhein | Dinkelberg | |
| Basel (CH) | Riehen (CH) | Inzlingen |
Lörrach wird manchmal als „Hauptstadt“ des Markgräflerlands bezeichnet und gehört dem trinationalen Eurodistrikt Basel und Regio TriRhena an. Die Landeshauptstadt Stuttgart liegt 260 Kilometer von Lörrach entfernt, die Schweizer Großstädte Bern 102 Kilometer und Zürich 90 Kilometer, eine gute Autostunde. Die nächste französische Großstadt (49 Kilometer) ist Mülhausen, die nächste deutsche Großstadt ist Freiburg im Breisgau (74 Kilometer).
Die Stadt Lörrach wird von vielen bewaldeten Erhebungen (Schädelberg, Homburg, Röttler Wald und Tüllinger Berg) entlang des Wiesentals umrahmt, wovon der Tüllinger Berg mit 460 Meter ü. NN eine der höchsten bildet. Von dort aus hat man die beste Aussicht auf die umliegenden Städte Weil am Rhein und Basel sowie auf das Rheinknie. Auf dem Tüllinger Berg ist ein 657 Hektar umfassendes Landschaftsschutzgebiet eingerichtet. Am Südwesthang des Berges wird die regional bedeutende Gutedelrebe angebaut und zu Markgräfler Wein verkeltert.
Durch Lörrach, genauer gesagt, an der Burg Rötteln vorbei über den Tüllinger, führt die Schlussetappe der Variante A des Westweges.
Lörrach liegt in einem sogenannten Zollgrenzbezirk[3] mit Sitz eines Hauptzollamtes. Bisher führen sowohl der Schweizer wie der Deutsche Zoll Grenzkontrollen durch. Nach dem Schengener Abkommen, dem die Schweiz am 16. Oktober 2004 beigetreten ist, sollen voraussichtlich ab November 2008 die Personenkontrollen wegfallen. Die Warenkontrollen werden zunächst weiterhin bestehen bleiben, da die Schweiz nicht der europäischen Zollunion beigetreten ist. Die Grenzlage Lörrachs brachte den Stadtbewohnern sowohl Vor- als auch Nachteile. Mit dem Fall der Grenzen innerhalb der EU und den Bilateralen Verträgen der EU mit der Schweiz gelangte die Region erstmals aus einer politischen Randlage heraus in eine europäische Zentrallage. Mittels gut ausgebauter Nord-Süd- und Ost-West-Verkehrsverbindungen ist Lörrach wirtschaftlich eingebunden und profitiert auch im Fremdenverkehrswesen als Regionalzentrum des südlichen Schwarzwaldes. Nachteilig wirkt sich die gestiegene Kriminalität durch den Grenzverkehr aus, dazu zählen insbesondere Straftaten im Bereich des Drogenschmuggels. Der Landkreis Lörrach lag 2004 bei der Häufigkeitszahl an kriminellen Delikten mit 10.099 Fällen landesweit auf Platz sechs in Baden-Württemberg.[4]
Bearbeiten Geologie und Wasserversorgung
Lörrach liegt im südlichsten Abschnitt des Oberrheingrabens, eine der Hauptlinien des Oberrheinischen Grabenbruchs verläuft durch das Stadtgebiet. Die durch tektonische Bewegungen entstandene Senke macht den Raum Lörrach damit zu einer der erdbebengefährdetsten Regionen Deutschlands. Er wird mehrmals im Jahr von kleineren bis mittleren Erdbeben heimgesucht.
Die Stadt selbst breitet sich auf einem Talboden aus der Quartärzeit aus. Beidseitig des Tals ist Lörrach von Abhängen umgeben, welche den südlichen Teil des Wiesentals bilden. Der Fluss Wiese aus dem Schwarzwald bahnt sich seinen Weg bis zur Mündung in den weiten Schotterflächen der Rheinebene in Basel. Die Muschelkalke am Tüllinger Berg bildeten sich im Tertiär vor rund 30 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit befand sich zwischen Schwarzwald und den Alpen der nordschweizerische Molasse-See. Die Sande, die sich dort ablagerten, bilden die heutige Unterlage des Tüllinger Berges. Die wechselnden Schichten am Tüllinger Berg entstanden durch fortwährende Verlandung und Befüllung des Sees. So bildeten sich wasserdurchlässige Kalkschichten und wasserundurchlässige Tone. Auf diesen Ton- und Mergelschichten sammeln sich Niederschläge, die bis zur Grundfläche der Kalkplatten wieder ins Erdreich sickern. Wasseraustritte am Tüllinger Berg führen zu Rutschungen, den sogenannten Schlipfen. Ein besonders großer Erdrutsch ereignete sich 1758, welcher sogar den Lauf der Wiese veränderte.[5]
Geografische Daten der Stadtgemarkung Lörrach:
- Tiefster Punkt: 272 Meter ü. NN (der Fluss Wiese an der Landesgrenze zur Schweiz)
- Höchster Punkt: 570 Meter ü. NN (Hochstand im Röttler Wald)
Das bebaute Stadtgebiet Lörrachs misst in der größten Nord-Süd-Ausdehnung 6,0 Kilometer, in der Ost-West-Richtung sind es 4,6 Kilometer.
Der Stadtraum Lörrach ist reich an Grundwasserquellen.[6] An der Untergrenze der Hochterrassenschotter gegen stauende Blaue Letten (Melettaschichten) tritt Wasser auf der Talsohle zutage (z. B. Leuselhard, Buckweg). Oberhalb undurchlässiger Tonsteinareale treten oft große Mengen Hangwasser aus, welche früher in zahlreichen Schachtbrunnen genutzt wurden. Örtlich auftretende Verwerfungsquellen[7] findet man beispielsweise östlich der Hartmatten. Der Tüllinger Berg wird kranzförmig auf etwa 400 Meter Höhe von einem Quellhorizont umgeben.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Wasserversorgung Lörrachs durch laufende steinerne Brunnen bewerkstelligt. Im Jahr 1887 wurde am Hochgestade beim Schwimmbad ein Tiefbrunnen gebaut, der seitdem die Stadt über ein öffentliches Verteilernetz aus dem Grundwasser versorgt. Seit 1967 befindet sich das Versorgungszentrum im Landschaftspark Grütt.[8]
Bearbeiten Klima
Lörrach hat aufgrund seiner besonderen geografischen Lage ein ausgesprochen mildes, im Sommer sogar heißes Klima. Die Region des Markgräflerlands gilt als die wärmste Deutschlands, da aus dem Rhônetal über die Burgundische Pforte mediterrane Luft einströmt. Nach Erhebungen des Deutschen Wetterdienstes für die Jahre 1961 bis 1990 beträgt die durchschnittliche Sonnenscheindauer rund 1700 Stunden im Jahr. Dieser Wert liegt im bundesweiten Vergleich (Mittelwert für Deutschland liegt bei 1541 Stunden) im oberen Drittel.[9] Die überdurchschnittlich vielen Sonnentage haben der südwestlichen Region den Spitznamen „Die Toskana Deutschlands“ eingebracht. Im Winter liegt in Lörrach normalerweise keine oder nur eine sehr dünne Schneedecke. Am 5. März 2006 legte jedoch ein Rekordschneefall die Region rund um Lörrach und Basel lahm. In der Lörracher Innenstadt wurden gut 42 Zentimeter Neuschnee gemessen, so viel wie zuletzt 1962.[10]
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Klimadaten Lörrachs
Quelle: Niederschlag: klimadiagramme.de Mittelwerte der Periode 1961 bis 1990,
Durchschnittstemperatur: klimadiagramme.de, Eimeldingen, Min/Max-Temperatur: weather.msn.com |
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Bearbeiten Stadtgliederung
Die Stadt gliedert sich in die Kernstadt sowie drei Stadtteile und drei Ortsteile:
| Jahr | Eingemeindete Gebiete |
|---|---|
| 1908 | Stadtteil Stetten |
| 1935 | Stadtteil Tumringen |
| 1935 | Stadtteil Tüllingen[11] |
| 1974 | Ortsteil Haagen |
| 1975 | Ortsteil Brombach |
| 1975 | Ortsteil Hauingen |
Die drei Ortsteile verfügen über eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Der Lörrach vorstehende Ortschaftsrat wird alle fünf Jahre direkt von den Bürgern gewählt. 1963 wurde die Satellitenstadt Salzert erschlossen, welche östlich von Stetten liegt.
Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise weitere separat gelegene Wohnplätze mit eigenen Namen, die meist nur sehr wenige Einwohner haben (etwa Im Löhr in Brombach, Rötteln und Röttelnweiler bei Haagen oder Rechberg oberhalb von Hauingen) und dennoch von großer historischer Bedeutung sein können, wie zum Beispiel Rötteln oder Obertüllingen mit ihren Kirchengebäuden aus dem 8. Jahrhundert.
Die Nachbargemeinde Inzlingen ist zwar eigenständig, die Stadt Lörrach bildet mit ihr jedoch eine Verwaltungsgemeinschaft.
Die Gemarkungsfläche von Lörrach beträgt 39,43 Quadratkilometer, die sich in folgende Nutzungsarten und Stadt- und Ortsteile aufteilen:[12]
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Bearbeiten Raumplanung
Lörrach bildet zusammen mit der Nachbarstadt Weil am Rhein eines der beiden Oberzentren der Region Hochrhein-Bodensee (das andere ist Konstanz). Ihm sind die Mittelzentren Bad Säckingen, Rheinfelden (Baden), Schopfheim und Waldshut-Tiengen zugeordnet. Das Oberzentrum Lörrach/ Weil[13] übernimmt für die Städte und Gemeinden Binzen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen, Inzlingen, Kandern, Malsburg-Marzell, Rümmingen, Schallbach, Steinen und Wittlingen auch die Funktion des Mittelbereichs. Darüber hinaus gibt es grenzüberschreitende Verflechtungen mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft in der Schweiz sowie mit dem südlichen Elsass in Frankreich. Aufgrund des stark anhaltenden Zuzugs ist nach dem Flächennutzungsplan 2022 vorgesehen, dass rund 53 Hektar neues Bruttowohnland erschlossen wird.[14]
Bearbeiten Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Lörrachs
Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung im Raum Lörrach reichen bis in die ältere Steinzeit zurück. Funde in den Höhlen des Isteiner Klotzes aus der mittleren Steinzeit (vor etwa 6000 Jahren) weisen auf Bergbauaktivitäten und Rentierjäger hin. Die Funde auf Lörracher Gemarkung beginnen mit der Jungsteinzeit, einer Periode, in der sich mit dem Übergang zur Sesshaftigkeit dorfähnliche Siedlungen gebildet haben.
Nach der Ansiedlung von Kelten im 1. Jahrhundert v. Chr. war das Land von der Expansion des Römischen Reiches betroffen, die unter Kaiser Augustus mit der Besetzung des linken Rheinufers begann. Um etwa 70 n. Chr. wurde unter den Flaviern die Romanisierung über das rechtsrheinische Hoch- und Oberrheinland bis hin zum Limes fortgesetzt. Auffällig ist, dass im Gegensatz zum Raum Basel, zum südlichen Oberrheingebiet sowie zum Hochrheintal auf der Gemarkung Lörrach nur geringe Zeugnisse der römischen Zeit zu finden sind. Das vordere Wiesental sowie der Dinkelberg gehörten noch nicht zum Interessensbereich der römischen Eroberer. Spuren der Römerzeit findet man lediglich im heutigen Stetten und in Brombach. In Lörrach, wo der Romanisierungsprozess erst später einsetzte, findet man in landschaftlich bevorzugter Lage ein römisches Landgut, eine sogenannte Villa rustica. Die ausgegrabenen und restaurierten Grundmauern dieser Villa sind bis dato das einzig entdeckte Zeugnis römischer Bauten.
Die umliegenden Ortschaften Lörrachs wie beispielsweise Tumringen, Tüllingen oder das im Jahr 763 erstmals erwähnte Stetten sind zum Teil durch Schenkungsurkunden dokumentiert. Lörrach selbst fand vergleichsweise späte urkundliche Erwähnung. Eine Urkunde des Klosters St. Gallen vom 7. September 751 dokumentiert Lörrach erstmalig.[15][16] Erst im 12. und 13. Jahrhundert gewann das Dorf Lörrach an Bedeutung. Erstmalig wurde Lörrach im Jahr 1102 in einem Gründungsbericht des Klosters St. Alban erwähnt.
Fortan war Lörrachs Geschichte stark mit den Herren von Rötteln verbunden. Diese beteiligten sich an den Kreuzzügen unter Kaiser Barbarossa. Der Einfluss der Herren von Rötteln blieb nicht nur auf das Weltliche beschränkt. Im Jahr 1238 wurde Liutold I. von Rötteln zum Bischof von Basel ernannt. Nach ihm ist die 1259 urkundlich erwähnte Burg Rötteln benannt, welche später zum Stammsitz der Adelsfamilie wurde. Im 14. Jahrhundert wandelte sich das Herrschaftsverhältnis um und der Einfluss der Herren von Rötteln wich, so dass die Burg Rötteln in der Folgezeit viele unterschiedliche Besitzer hatte.
Am 26. Januar 1403 erteilt der deutsche König Ruprecht von der Pfalz dem Markgrafen Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg dem Dorf Lörrach das Recht, einen Jahrmarkt und dazu einen Wochenmarkt am Mittwoch abzuhalten. Da Lörrach im Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen lag, war dieses Marktrecht von großer Bedeutung, welches 1452 von Kaiser Friedrich III. bestätigt wurde.[17]
Die von Johannes Oekolampad 1529 in Basel eingeführte Reformation nahm auch in Lörrach Einfluss. 1556 hielt ein evangelischer Pfarrer die erste Predigt in deutscher Sprache statt im sonst üblichen Latein.
Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges litt Lörrach zum einen an den Kriegsfolgen, zum anderen forderte die mehrere Jahre andauernde Pest viele Opfer. 1633 marschierten spanische Truppen durch das Land und wurden zur schweren Landplage. Während der Schlacht bei Rheinfelden 1638 hatte Bernhard von Sachsen-Weimar sein Hauptquartier in Brombach und hielt Rötteln besetzt. Erst der Friede von Münster 1648 brachte Lörrach Frieden.
Friedrich Magnus von Baden-Durlach verlieh am 18. November 1682 Lörrach das Stadtrecht. Dieses wurde allerdings infolge ständiger Kriegswirren nicht wirksam und geriet in Vergessenheit. So wurde am 3. Juni 1756 das Lörracher Stadtrecht durch Markgraf Karl Friedrich erneuert.
Durch die Grenzlage Lörrachs zu Frankreich und wechselnde Bündnisse der Markgrafschaft wurde die Region um Lörrach in den nächsten 150 Jahren häufiger Schauplatz von Schlachten. Die Kriegsfolgen belasteten die Stadt und deren Entwicklung nachhaltig. 1702 fand westlich von Lörrach die Schlacht am Käferholz im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges statt. Im Polnischen Erbfolgekrieg 1733 bis 1738 stießen im Jahr 1735 erneut französische Truppen bei Hüningen über den Rhein, verlangten von den Bewohnern des Wiesentals Proviant und erhoben eine Kriegssteuer für alle Gemeinden. Auch der von 1740 bis 1748 dauernde Österreichische Erbfolgekrieg verschonte Lörrach nicht. Zwar kam es zu keinen Zerstörungen, jedoch mussten die Gemeinden des Markgräflerlandes Österreicher und Franzosen mit Proviant versorgen. Erst der Zweite Aachener Frieden brachte für einige Jahrzehnte Frieden ins Land.
1796 wurde Lörrach Schauplatz im ersten Koalitionskriege. Die Lörracher Bevölkerung wurde durch Leistung von Kontributionen und Frondiensten belastet. Während des zweiten Koalitionskrieges von 1799 bis 1802 wurde das untere Wiesental erneut von französischen Truppen überlaufen. Dafür profitierte Lörrach 1803 von der Erhebung des Landes Baden zum Kurfürstentum durch Napoléon und 1806 zum Großherzogtum. Während der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkehrte der bedeutendste alemannische Mundartdichter, Johann Peter Hebel, in Lörrach. Hebel war von 1783 bis 1791 Lehrer an der ehemaligen Lateinschule in Lörrach, dem sogenannten Pädagogium.
Lörrachs Weg in die Industrialisierung war von vielen Firmengründungen in der benachbarten Schweiz geprägt. Entlang des Wiesentals und in Lörrach selbst siedelten sich viele textilverarbeitende Betriebe an. Durch die sich entfaltende Wirtschaft wurde der Bau von Arbeiterwohnhäusern notwendig. Das Stadtbild begann sich rasant zu verändern. In der Zeit um 1800 entstanden viele klassizistische Bauwerke in Lörrach, darunter die Synagoge, die Stadtkirche im Zentrum und die Fridolinskirche in Stetten.
Unter dem Eindruck der Badischen Revolution von 1848/49 ging das Land Baden zum kommunalen Dreiklassen-Wahlrecht über, das nach dem Steueraufkommen gestaffelt war. Enttäuscht von den Frankfurter Demokraten, unternahmen Friedrich Hecker und Gustav Struve am 13. April 1848 von Konstanz aus einen bewaffneten Aufstand, der als Heckerzug in die Geschichte eingegangen ist. Ihr Ziel war Schliengen, wo sich die damalige Endstation der Bahnlinie Mannheim-Basel befand. Am 20. April 1848 forderte Hecker die Stadt Lörrach auf, die revolutionäre Bewegung zu unterstützen. Der Gemeinderat weigerte sich jedoch. Heckers Truppen wurden im Gefecht auf der Scheideck bei Kandern geschlagen. Den zweiten Umsturzversuch unternahm Struve von Basel aus. Er zog nach Lörrach und proklamierte am 21. September 1848 im Lörracher Rathaus die Deutsche Republik. Allerdings wurde auch dieser Umsturzversuch durch Regierungstruppen beendet. So wurde Lörrach für vier Tage der Hauptort des Struve-Putsches, gewissermaßen der „Regierungssitz“.
1862 erhielt Lörrach mit der Eröffnung der Wiesentalbahn, einem Zweig der Badischen Hauptbahn, Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1867 wurde die katholische Kirche St. Bonifaz errichtet. Zu dieser Zeit hatte Lörrach rund 6000 Einwohner.
Die fortschreitende Industrialisierung ließ die Bevölkerungszahl Lörrachs weiter steigen. Im Jahr 1900 erreichte sie die Marke von 10.000 Einwohnern. Das Dorf Stetten wurde am 1. April 1908 eingemeindet und erhöhte damit die Einwohnerzahl Lörrachs auf 15.000. Die Gemarkungsfläche war von 752 Hektar auf 1213 Hektar angewachsen. Lörrachs wirtschaftlicher Aufschwung wurde durch den Ersten Weltkrieg beendet. Im Jahr 1915 hatte Lörrach durch feindliche Luftangriffe Tote zu beklagen. Auf dem Tüllinger Berg wurde eine Hindenburg-Linie zur Verteidigung der Stadt ausgebaut. 1916 wurde in der Realschule ein zusätzliches Lazarett eingerichtet. Während des Ersten Weltkriegs hatten Lörrach und die umliegenden Teilorte insgesamt 813 Gefallene zu beklagen.[18] Nach Ende des Weltkrieges schädigte die Rohstoffknappheit besonders die textilverarbeitenden Industrien und führte zu einer erhöhten Arbeitslosigkeit. Die soziale Lage verschärfte sich weiter und ab August 1922 begann im Zuge der Hyperinflation der rasche Verfall der Währung. In dieser Zeit wurden in einem Teil der in Lörrach ansässigen Betriebe die Löhne in Schweizer Franken ausbezahlt.[19]
Zur Zeit der Weimarer Republik kam es verstärkt zu sozialen Unruhen in Lörrach mit dem Höhepunkt am 14. September 1923. Als Bilanz dieser Tage gab es drei Tote, viele Verletzte sowie mehrere Geisel-Misshandlungen.[20][21] Die wirtschaftliche Schieflage führte auch dazu, dass die Behörden und die Verwaltung außer Stande waren, vordringliche Bauvorhaben durchzuführen. Die engen Spielräume führten dazu, dass die Amtszeit des Bürgermeisters Dr. Heinrich Graser (1927–1933) als Mängelverwaltung bewertet wird.[22]
Die Ortsgruppe der NSDAP in Lörrach bestand seit 1922. Diese tat sich allerdings während der 20er Jahre der Weimarer Republik eher schwer, Fuß zu fassen, obwohl es auch in Lörrach mit der deutschnational-völkischen Zeitschrift Der Markgräfler des Mundartdichters Hermann Burte antiparlamentarische Propaganda gab. Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ wurde Reinhard Boos 1933 als Bürgermeister von Lörrach eingesetzt. Boos, der in Lörrach mit großem Engagement die NSDAP aufbaute und stärkte, war in der Folge vor Ort zum Teil federführend an der Zerschlagung der Gewerkschaften sowie der oppositionellen Parteien beteiligt. Ab 1938 wirkte Boos wiederum leitend an den Aktionen gegen die Lörracher Juden mit. Während der Novemberpogrome 1938 verschafften sich mehrere Männer Zutritt zur Synagoge und zerstörten diese. Das zerstörte Gotteshaus wurde anschließend abgerissen. Lörrach blieb, dank der geografischen Ferne zu den Kriegsfronten, während des Zweiten Weltkrieges vergleichsweise unbeschädigt. Am 24. April 1945 beendeten französische Truppen in Lörrach die Kriegshandlungen.
Die Nachkriegsjahre waren, bedingt durch die Ankunft der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, von einem überproportionalen Wachstum der Stadtbevölkerung gekennzeichnet. Die verhältnismäßig geringen Kriegsschäden im Raum Lörrach lockten zudem viele Arbeitssuchende an. Von rund 20.000 Einwohnern nach dem Krieg wuchs die Zahl auf über 30.000 bis ins Jahr 1960 an. Rund 7.500 davon waren Vertriebene und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten und aus Mitteldeutschland. In der stark wachsenden Stadt entstanden in den 1960er Jahren die Siedlung Salzert und in Brombach der Bühl. Ein 1964 erarbeiteter Generalverkehrsplan war die Grundlage für weitere Stadtplanungen und den Aufbau eines neuen Verkehrskonzeptes durch eine Stadtumfahrung. In den 1970er Jahren wurde ein Teil der Innenstadt zur Fußgängerzone restrukturiert. Durch eine Verwaltungsreform wurden die Orte Brombach und Hauingen nach Lörrach eingemeindet. Im Jahr 1976 weihte Oberbürgermeister Hugenschmidt das neues Rathaus ein. Das 17-stöckige, dunkelgrüne Hochhaus prägt seither die Silhouette der Stadt.
Der Bau der Wiesentalbrücke als Teilstück der A 98 und die Landesgartenschau im Jahr 1983 waren zwei wichtige Projekte, welche die Stadt wesentlich weiter entwickelt haben. Die 1981 gegründete Berufsakademie Lörrach hat gegenwärtig über 1400 Studenten. Anfang der 1990er Jahre begannen umfangreiche Baumaßnahmen in der Lörracher Innenstadt, welche durch Stilllegung von Autostraßen die bisherige Fußgängerzone wesentlich erweitertet haben.
Bearbeiten Einwohnerentwicklung
Die Bevölkerungsentwicklung von Lörrach ist mit der politischen und ökonomischen Entwicklung der Stadt eng verbunden. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Einwohnerzahl stetig. Die beiden Weltkriege sowie die Wirtschaftskrisen bewirkten eine Stagnation. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Bevölkerungszahl durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen wieder rasch an. Diese Entwicklung wurde dadurch gefördert, dass die Kriegsschäden in Lörrach relativ gering waren und Arbeitsplätze in der benachbarten Schweiz lockten. Mit der Gemeindereform in den Jahren 1974 und 1975 vergrößerte sich die Bevölkerung durch die Eingemeindung der Vororte Haagen bzw. Brombach und Hauingen weiter. Seit Mitte der 1970er Jahre nahm die Bevölkerung allerdings ab, weil sich die Hauptwachstumszonen in die umliegenden Gemeinden verlagert hatten. Dieser Trend wurde seit dem Mauerfall wieder umgekehrt. Durch die bessere wirtschaftliche Situation und die damit niedrigere Arbeitslosenquote folgte die Bevölkerungsentwicklung dem bundesweiten Trend und so konnte Lörrach viele Neubürger gewinnen. Gegenwärtig wächst die Lörracher Einwohnerzahl[23] stetig weiter; eine Prognose sieht für das Jahr 2017 den Stand von 50.000 Einwohnern erreicht.[24] Die Ausländerquote in Lörrach liegt bei 13,8 %.[25]
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Der demographische Wandel durch Überalterung lässt sich auch an der Stadtbevölkerung Lörrachs feststellen. Von 1995 bis 2006 wuchs der Anteil der über 65-jährigen von 16,7 auf 19,8 % und liegt damit etwas über dem Landesdurchschnitt von 18,7 %. Für den 31. Dezember 2006 ergibt sich folgende Verteilung der Stadtbevölkerung nach Altersgruppen.[26]
| Altersgruppe | Insgesamt (%) | Männlich (%) | Weiblich (%) |
|---|---|---|---|
| unter 15 | 14,8 | 15,6 | 14,0 |
| 15–25 | 11,0 | 11,5 | 10,6 |
| 25–45 | 28,8 | 29,8 | 27,9 |
| 45–65 | 25,6 | 26,3 | 25,0 |
| über 65 | 19,8 | 16,9 | 22,5 |
Bearbeiten Religionen
Die Religionen verteilen sich in der Bevölkerung Lörrachs[27] wie folgt:
| Jahr | evangelisch | katholisch | andere oder keine |
|---|---|---|---|
| 1980 | 50,4 % | 38,2 % | 11,5 % |
| 2001 | 38,9 % | 31,8 % | 29,1 % (*) |
(*) 29,1 % = 2,9 % sonstige Konfessionen und 26,2 % ohne Konfession
Bearbeiten Christentum
Die Kirchen der Stadt gehörten anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Breisgau unterstellt. Somit bestand hier seit jeher eine kirchliche Grenze zum nur wenige Kilometer entfernten Bistum Basel. 1529 wurde die Lörracher Pfarrei von Basel aus besetzt, nachdem dort die Reformation eingeführt worden war. In der Stadt selbst wurde auf Veranlassung des Landesherrn die Reformation erst 1556 eingeführt. Danach war Lörrach über Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. In Rötteln bestand seit Anfang des 15. Jahrhunderts ein Landkapitel, das Ende des 17. Jahrhunderts nach Lörrach verlegt wurde. Die evangelischen Pfarrer in Lörrach waren ab 1682 zugleich Spezialsuperintendenten der Diözese Rötteln. Hauptkirche Lörrachs ist die schon im 12. Jahrhundert erwähnte Stadtkirche. Neben dem lutherischen Bekenntnis gab es seit dem 17. Jahrhundert auch reformierte Gemeindeglieder, die aus der benachbarten Schweiz kamen. Aus der Superintendentur Lörrach entstand im 19. Jahrhundert der Kirchenbezirk Lörrach. Aus der Stadtkirchengemeinde (Johannespfarrei) entstanden im 20. Jahrhundert weitere Gemeinden und zwar die Pauluspfarrei (1906, danach nannte sich die Johannespfarrei zunächst Südpfarrei) für die Nordstadt, die Matthäuspfarrei (1949) für die Oststadt (die auch Inzlingen mitversorgt), die Markuspfarrei (1956), die Salzertgemeinde (1969) und die Friedensgemeinde (1974) in der Homburgsiedlung. Für die Paulus- und Markuspfarrei wurde 1956 die Christuskirche erbaut. Die Johannespfarrei erhielt 1975 ein Gemeindezentrum an der Suttermattstraße.
Auch in den Stadtteilen Brombach, Hauingen, Rötteln (mit Tumringen) und Tüllingen gibt es evangelische Kirchengemeinden, da diese Orte wie Lörrach früh zu Baden gehörten und von dort die Reformation eingeführt wurde. Haagen gehört kirchlich zu Rötteln. Auch diese Kirchengemeinden gehören zum Kirchenbezirk Lörrach der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Der Stadtteil Stetten stand bis 1803 unter vorderösterreichischer Herrschaft. Daher gibt es hier eine katholische Tradition, obwohl im Ort zunächst auch die Reformation eingeführt wurde. Durch einen Vertrag mit Österreich wurde Stetten wieder katholisch. Die Gemeinde Stetten betreute zunächst auch die seit dem 18. Jahrhundert in Lörrach wieder ansässigen Katholiken. Sie feiert ihre Gottesdienste in der 1822 neu erbauten Fridolinskirche. Der ursprüngliche Kirchenbau Stettens stammt aus dem 13. Jahrhundert. Zwischen 1864 und 1867 wurde in Lörrach wieder eine eigene Pfarrkirche (St. Bonifatius) gebaut, an der 1867 eine Pfarrkuratie gegründet wurde, die 1882 zur Pfarrei erhoben wurde. Eine zweite katholische Kirche (St. Peter) wurde 1964 erbaut. In Tüllingen wurde 1966 die Filialkirche zur Heiligen Familie der Gemeinde Stetten erbaut. In Brombach entstand bereits 1900 die St.-Josephskirche, die seit 1911 Pfarrei ist. Zur Gemeinde gehören auch Haagen und Hauingen. Alle katholischen Gemeinden Lörrachs bilden zusammen mit der Nachbargemeinde St. Peter und Paul in Inzlingen eine Seelsorgeeinheit innerhalb des Dekanats Wiesental des Erzbistums Freiburg.
Gegenwärtig ist bei der Lörracher Stadtbevölkerung insgesamt ein leichtes Übergewicht der evangelischen Konfession festzustellen. Im Lörracher Zentrum und im Stadtteil Stetten besteht eine relative katholische Mehrheit.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Freie evangelische Gemeinde (FeG Lörrach) mit ihrer Jugend Peter, die Evangelisch Freikirchliche Baptistengemeinde, die Evangelische Chrischona-Gemeinde, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde – Freie Christengemeinde Lörrach e. V. und die Christliche Versammlung Lörrach.
In Lörrach gibt es zwei neuapostolische Gemeinden.
Bearbeiten Judentum
→Siehe auch: Judenverfolgung in Lörrach während der NS-Zeit
Lörrach hat eine jüdische Gemeinde, die bis auf das Jahr 1660 zurückgeht. Anfangs waren die Juden vorwiegend im Viehhandel beschäftigt. Später gehörten zahlreiche Geschäfte und Unternehmen jüdischen Familien. Auch viele Handwerker und Akademiker fanden sich unter den jüdischen Einwohnern. Am politischen und kulturellen Leben Lörrachs nahmen sie regen Anteil, doch während der Reichspogromnacht im November 1938 verwüsteten vor allem SA-Leute die Lörracher Synagoge aus dem Jahr 1808 völlig. Diese befand sich unweit des Marktplatzes. Heute erinnert an dieser Stelle eine Gedenktafel aus dem Jahr 1976 an das jüdische Gebetshaus. Während der NS-Zeit wurden mindestens 47 der 162 in Lörrach lebenden Juden ermordet.[28]
Im Jahr 1995 wurde in Lörrach die Israelitische Kultusgemeinde neu gegründet. Das Einzugsgebiet der neuen Gemeinde mit ca. 400 Mitgliedern im Jahr 2007 reicht von Badenweiler bis Waldshut. Viele der Gläubigen sind aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion zugewandert. Die Gemeinde wächst weiter, und die Grundsteinlegung der neuen Synagoge erfolgte am 28. Juni 2007.
Bearbeiten Politik
Bearbeiten Politische Verhältnisse
Der Lörracher Gemeinderat besteht aus 32 ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten, deren Vorsitzende die Oberbürgermeisterin ist. Der für eine Periode von fünf Jahren gewählte Gemeinderat wird von der Bürgerschaft gewählt.
Seit Juli 2006 besteht in Lörrach ein Jugendparlament. Es besteht aus 21 Jugendparlamentariern zwischen 14 und 21 Jahren und nimmt sich, als parteiunabhängiges Organ der Stadt, der Belange der Lörracher Jugend an.
Die Gemeinderatswahl[29] vom 13. Juni 2004 hatte eine Wahlbeteiligung von 41,2 % und ergab die folgende Sitzverteilung im Lörracher Rathaus:
| Partei | Anteil | * | Sitze | * |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 33,3 % | −5,0 % | 11 | −7 |
| SPD | 21,0% | −2,5 % | 7 | −4 |
| Freie Wähler | 15,8 % | +1,7 % | 5 | −3 |
| GRÜNE | 15,7 % | +4,0 % | 5 | ±0 |
| FDP | 8,0 % | +5,1 % | 2 | +1 |
| KUL (1) | 6,1 % | −0,5 % | 2 | −1 |
| Gesamt | 100 % | 32 | −14 |
(1) Kommunale Unabhängige Liste
* Die Zahlen stellen die Veränderung zur Gemeinderatswahl 1999 dar.
Bearbeiten Stadtoberhäupter
→Siehe auch: Liste der Stadtoberhäupter von Lörrach
Die Lörracher Chronik berichtet von einem Johann von Schallbach im Jahr 1366 als erstem Vogt. Die Amtsbezeichnung des Bürgermeisters war den Ortsvorstehern von Städten vorbehalten. Als erster Lörracher Bürgermeister wird Marx Christoph Leibfried im Jahr der ersten Stadtrechtsverleihung 1682 genannt. Dieser wurde vom Markgrafen eingesetzt. Bis einschließlich 1756 benutzte man auch weiterhin die Bezeichnung Vogt bzw. Altvogt. Seit 1956 ist in Lörrach das Stadtoberhaupt der Oberbürgermeister, welcher direkt von den Bürgern gewählt wird.
Die mit * gekennzeichneten Personen tragen oder trugen den Titel des Oberbürgermeisters. Arend Braye begann seine Amtszeit 1948 als Bürgermeister und wurde 1956 Oberbürgermeister. Reinhard Boos war der einzige nicht demokratisch gewählte Oberbürgermeister; er wurde 1933 als bisheriger Ortsgruppen- und Kreisleiter der NSDAP vom badischen Gauleiter als Kommissar bzw. Bürgermeister eingesetzt und 1945 von den französischen Truppen abgesetzt und verhaftet.
| Amtszeit | Name | Amtszeit | Name | |
|---|---|---|---|---|
| 1804–1807 | Johann Martin Strohmeier | 1861–1863 | Karl Wenner | |
| 1807–1810 | Johann Jakob Grether | 1863–1869 | Paul Feldkirchner | |
| 1810–1814 | Johann Kaspar Schöffel | 1869–1871 | Karl Robert Gebhardt | |
| 1814–1820 | Johann Georg Grether | 1872–1906 | Johann Josef Grether | |
| 1820–1826 | Jakob Rupp | 1906–1927 | Dr. Erwin Gugelmeier * | |
| 1826–1831 | Friedrich Hüglin | 1927–1933 | Dr. Heinrich Graser * | |
| 1831–1832 | Ernst Schultz | 1933–1945 | Reinhard Boos * | |
| 1832–1835 | Johann Georg Grether | 1945–1948 | Joseph Pfeffer | |
| 1835–1841 | Ernst Schultz | 1948–1960 | Arend Braye | |
| 1841–1844 | Friedrich Hüglin | 1960–1984 | Egon Hugenschmidt * | |
| 1844–1849 | Karl Wenner | 1984–1995 | Rainer Offergeld * | |
| 1849–1861 | Johann Ludwig Calame | 1995–2008 | Gudrun Heute-Bluhm * |
Quelle: [30]
* Oberbürgermeister
Bearbeiten Wappen
Das Wappen von Lörrach ist eine goldene nach links (heraldisch rechts) aufsteigende Lerche als gemeine Figur auf rotem Feld. Die Wappenfarben entsprechen jenen des badischen Wappens. Das Lörracher Wappen ist ein sogenanntes redendes Wappen, das vom Stadtnamen abgeleitet ist. Urkundlich belegt ist es mit der Stadtrechtsurkunde aus dem Jahre 1756 (§ 9), wobei vermutet wird, dass dieses Motiv schon seit 1682 als Wappen verwendet wurde. Der älteste Beleg für das Wappen befindet sich auf einem Plan von 1643 im Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt.[31] Das Wappentier ist allerdings gestalterisch schon mehrfach verändert worden. 1965 genehmigte das Generallandesarchiv Karlsruhe das Wappen, welches als stilisierte aufsteigende Lerche gedeutet wird.[32] Am 11. November 1975 wurde im Zuge der Gemeindereform das Wappen für die durch Eingemeindungen neugebildete Stadt bestätigt.
Das Dienstsiegel ist kreisrund, trägt in der Mitte das Stadtwappen, welches von der Umschrift „Stadt Lörrach“ gesäumt wird. Vor der Einführung des Euro-Kennzeichens war das Wappen auch auf der Zulassungsplakette der Kennzeichen von Kraftfahrzeugen zu sehen, die im Landkreis Lörrach angemeldet wurden.
Neben dem Wappen darf nach einem Beschluss des Innenministeriums des Landes Baden-Württemberg vom 11. November 1975 die Stadt eine Flagge mit den Farben „Rot-Gelb-Rot“ führen.[33]
Bearbeiten Städte- und Kulturpartnerschaften
Lörrach unterhält folgende Städtepartnerschaften:
| Sens, Frankreich | seit 1966[34] |
| Senigallia, Italien | seit 1986[35] |
| Meerane, Deutschland | seit 1990[36] |
| Chester, Großbritannien | seit 2002[37] |
Alle vier Städte sind untereinander gleichfalls Partnerstädte. Jährlich finden zahlreiche Begegnungen und Austausche sowohl zwischen Schulen und Vereinen als auch von Praktikanten aus Industrie und Handel statt. Lörrach wurde wegen des Engagements zur Förderung und Verbreitung des europäischen Gedankens 1979 durch den Europarat die Europafahne, 1983 der Französisch-Deutsche Preis und die Ehrenplakette 1988 des Europarates verliehen.[38]
Zu Wischgorod in der Ukraine besteht zudem seit 1999 eine freundschaftliche Verbindung.
Im Jahr 2004 wurde Lörrach International, ein Verein zur Förderung der Städtepartnerschaften und Freundschaften e. V., gegründet. Ziel des Vereins ist, die bestehenden Städtepartnerschaften durch starkes bürgerschaftliches Engagement zu begleiten und weitere Partnerschaften aufzubauen.
Im Jahr 2006 wurde eine Kulturpartnerschaft zu Edirne in der Türkei begründet.
Das Jubiläumsjahr 40 Jahre Partnerschaft mit Sens und 20 Jahre mit Senigallia stand unter dem Begriff Musica Jubila 2006. Jugendliche Musiker aus allen Partnerstädten trafen sich zu Workshops und bildeten mehrere länder- und kulturübergreifende Ensembles.
Auf Kreisebene arbeitet man seit 1999 eng mit der polnischen Stadt Lubliniec in Oberschlesien zusammen und unterschrieb Mitte 2002 einen Partnerschaftsvertrag.[39]
Bearbeiten Wirtschaft und Infrastruktur
Lörrach ist ein Industrie- und Dienstleistungsstandort. Etwa 30 % aller Arbeitsplätze stellen Unternehmen des produzierenden Gewerbes zur Verfügung, rund 22 % des Handels und des Gastgewerbes, außerdem über 45 % der Dienstleistungsbranche. Die große Kreisstadt bietet rund 18.300 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Lörrach lag im Mai 2008 bei 3,9 %, in der Stadt bei 4,5- 5,5 %.[40] Außerdem zeichnet sich Lörrach durch eine große Zahl an Grenzgängern aus. Aus der Stadt Lörrach pendeln über 3.300 Berufstätige in die Schweiz, aus dem gesamten Landkreis sind es über 14.000 (Stand April 2002).[41]
Einzelhändler haben im Jahr 2004 insgesamt einen Umsatz von 342,7 Millionen Euro erwirtschaftet, rund ein Fünftel dieses Umsatzes haben Schweizer Kunden beigetragen.
Bearbeiten Verkehr
Die erste Postlinie wurde 1576 zwischen der unteren und oberen Markgrafschaft eröffnet. Seit der Zuerkennung der Stadtrechte bemühte sich Markgraf Friedrich VII. Magnus, die Linie weiter auszubauen. Zwischen Durlach und Lörrach verkehrte zweimal wöchentlich der Kurierdienst durch einen Mann zu Fuß oder zu Pferd. 1756 erhielt Lörrach eine Posthalterei. Das Verkehrsnetz erweiterte sich bis zum Feldberg, nach Basel, Kandern und Beuggen. Die letzte Postkutsche fuhr bis 1840. Die reguläre Reisegeschwindigkeit zum 200 Kilometer entfernten Karlsruhe dauerte 30 Stunden, mit dem sechsspännigen Eilwagen nur zwölf Stunden. Nach 1900 hielt der Kraftfahrzeugverkehr Einzug in Lörrach. Waren es 1926 nur 400 Fahrzeuge, wuchsen die Zulassungen bis 1956 auf 4500 an.[42] Der internationale EuroAirport (Basel/Mulhouse/Freiburg) liegt 14 Kilometer westlich von Lörrach im Elsass.
Bearbeiten Fernstraßen
Mit der direkt durch Lörrach verlaufenden Autobahn A 98 sind die Rheintalautobahn A 5, die französische A 35, sowie die A 2 und A 3 auf Schweizer Seite angebunden. Die 1970 geplante A 98 wurde am 12. April 1983 mit der Inbetriebnahme der 1211 Meter langen Wiesentalbrücke eröffnet. Seit März 2006 ist über die A 98 eine durchgängige Fahrt von Lörrach bis Rheinfelden möglich. Die von Titisee-Neustadt über den Feldberg-Pass führende Bundesstraße B 317 ist die Hauptverkehrsader der Stadt und folgt der Talachse. Die B 317 ist durch das Staatsgebiet der Schweiz unterbrochen. Derzeit wird die Zollfreie Straße gebaut, die diese Strecke vervollständigen soll.
Seit dem 7. September 2007 verläuft durch Lörrach die neu eröffnete Kulturstraße Straße der Demokratie.[43]
Bearbeiten Eisenbahn und ÖPNV
Lörrach ist auf der Schiene über die Wiesentalbahn mit Basel und Zell im Wiesental sowie über die Gartenbahn mit Weil am Rhein verbunden. Nach der Übernahme dieser Strecken durch die Schweizer Bundesbahnen im Dezember 2003 wurden die Strecken umfassend modernisiert, u.a. wurden in Lörrach zwei neue Haltepunkte (Schillerstraße und Dammstraße) erstellt. Gleichzeitig wurden die Strecken in die Regio S-Bahn Basel integriert; die Wiesentalbahn als S 6 (rote Linie) und die Gartenbahn als S 5 (rosarote Linie). Im Zuge der Regio S-Bahn wurde 2005 auch der Bahnhof Lörrach teilrenoviert und behindertengerecht ausgebaut; eingesetzt werden seit 2005 die modernen FLIRT-Züge der SBB GmbH.
Daneben gibt es in Lörrach ein Autoreisezug-Terminal mit Verbindungen nach Hildesheim, Bremen, Hamburg und Berlin.
Von 1919 bis 1939 sowie von 1947 bis 1967 verkehrte die Linie 6 der Basler Straßenbahn als Städtische Straßenbahn Lörrach. Zur Zeit wird diskutiert, diese Linie wieder bis nach Lörrach zu führen.
Darüber hinaus verfügt Lörrach über einige lokale und regionale Busverbindungen. Sie gehören dem Regio Verkehrsverbund Lörrach an.
Bearbeiten Behörden, Einrichtungen und Gerichte
Lörrach, als Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, beherbergt das Landratsamt und eine Straßenmeisterei. Lörrach hat mehrere Schulen sämtlicher Schultypen (siehe Bildungseinrichtungen), eine Volkshochschule, eine Stadtbibliothek mit über 84.000 Medien, davon über 67.000 Bücher,[44] zwei Stadtteilbibliotheken, die Wissenschaftliche Regionalbibliothek sowie eine Musikschule. Das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau gehörende Amtsgericht Lörrach ist für Städte und Gemeinden im Landkreis zuständig. Ferner gibt es in Lörrach ein Arbeitsgericht, welches die Gerichtsbarkeit in erster Instanz für die Landkreise Lörrach und Waldshut ausübt. Dazu kommen noch weitere drei Kammern in Radolfzell am Bodensee.
Die Deutsche Bundesbank unterhält in Lörrach eine Betriebsstelle. Dieser Standort steht nicht mehr dem Publikumsverkehr offen und dient der Bargeldversorgung. Im Zuge von Filialschließungen der Bundesbank hatte man in Lörrach von einer Schließung abgesehen; das Fortbestehen ist allerdings von weiteren ökonomischen Prüfungen abhängig.[45]
Lörrach hat weiterhin ein Finanzamt, eine Agentur für Arbeit, ein Hauptzollamt und eine Polizeidirektion mit den nachgeordneten Dienststellen der Verkehrs- und Kriminalpolizei sowie einer Dienststelle der Autobahnpolizei. Ferner ist die Stadt Sitz des Kirchenbezirks Lörrach der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Wiesental innerhalb der Region Hochrhein des Erzbistums Freiburg.
Die drei Krankenhäuser Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim wurden am 1. Januar 1994 zu einer GmbH zusammengefasst. Das Lörracher Krankenhaus wurde am 1. Oktober 1845, damals als Städtisches Spital, eröffnet; derzeit verfügt das Kreiskrankenhaus Lörrach über 351 Betten.
Bearbeiten Ansässige Unternehmen
Größtes Unternehmen und größter Arbeitgeber in Lörrach ist der Schokoladenhersteller Kraft Foods Deutschland GmbH, unter anderem durch die Marken Milka und Suchard bekannt. Bereits seit 1880 wird in Lörrach Schokolade hergestellt; es ist auch der größte Schokolade-Produktionsstandort der Firma Kraft Foods in Europa. Die moderne Produktionsanlage stellt bis zu drei Millionen Schokoladetafeln täglich her.[46]
Ebenfalls überregional bekannt ist das Pharmaunternehmen GABA (Goldene Apotheke Basel) mit den Marken aronal, elmex und meridol. Die frühere Firma Wybert, welche wiederum eine Filiale der 1638 gegründeten Goldenen Apotheke Basel war, wurde 1921 in Tumringen gegründet. Im Jahr 2000 erfolgte die Umfirmierung der Wybert und sie trat auch nach außen als GABA-Gruppe auf. Seit 2004 gehört sie zur Colgate-Palmolive-Gruppe.
Viele Lörracher Betriebe sind Schweizer Gründungen aufgrund des grenzüberschreitenden Verdichtungsraums Basel. Dieser wurde durch den Beitritt Badens zum Deutschen Zollverein 1835 begünstigt. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich vor allem viele Textilunternehmen in Lörrach an. 1835 gründete der Basler Felix Sarasin-Heußler die Spinnerei Haagen, die zeitweise über 500 Arbeiter beschäftigte. Das traditionsreiche Textilveredelungsunternehmen KBC und der Abführtee-Hersteller Midro Lörrach GmbH haben in Lörrach ihren Sitz. Im Jahr 1995 eröffnete die schweizerische Lebensmittelkette Migros ein Warenhaus in der Lörracher Innenstadt; hier befindet sich auch die Migros-Deutschlandzentrale. In Lörrach ist die 1850 gegründete Privatbrauerei Lasser ansässig. Einer der großen Arbeitgeber der Region ist Hieber's Frische Center.
Ein Zweigwerk der A-Raymond-Gruppe ist ein bedeutender Zulieferer von Befestigungselementen in der Autoindustrie. Das zentrale europäische Distributionslager des internationalen Modeunternehmens Tally Weijl befindet sich seit 1999 im Lörracher Ortsteil Brombach auf dem Gelände des ehemaligen Logistikzentrums des Modeunternehmens Schöpflin. Der italienische Maschinenbauer Marchesini unterhält ebenfalls eine Filiale, von der aus die schweizerische Pharma- und Kosmetikindustrie mit Verpackungsmaschinen versorgt wird.
Die 1887 von Julius Kaltenbach gegründete Maschinenfabrik Kaltenbach stellt unter anderem Drehbänke, Sägen und Fräsmaschinen her. Das Unternehmen gehört zur Kaltenbach-Gruppe mit dem Stammsitz in Lörrach. Es operiert mit 30 Vertretungen weltweit und hat neben Lörrach in den Niederlanden und in Frankreich Produktionsstandorte.[47]
Das Logistikunternehmen Streck Transport hat seinen Sitz in Lörrach.
Bearbeiten Medien
In Lörrach unterhalten die Tageszeitungen Badische Zeitung und Die Oberbadische jeweils eine Lokalredaktion. Die Oberbadische (bis September 2006 Oberbadisches Volksblatt) mit Verlagssitz in Lörrach ist die älteste Zeitung Lörrachs (seit 1885). Das Oberbadische Verlagshaus gibt außerdem die Weiler Zeitung und das Markgräfler Tagblatt heraus. Das monatlich erscheinende Stadtmagazin Puls berichtet über Veranstaltungen in und rund um Lörrach.
Der Radiosender Südwestrundfunk unterhält seit dem Frühjahr 1982 in Lörrach ein Regionalbüro, in dem Teile des Radioprogramms (Hochrhein Radio) SWR4 Baden-Württemberg produziert werden.
Bearbeiten Bildungseinrichtungen
In Lörrach ist seit 1981 die Berufsakademie (BA) Lörrach beheimatet. Sie bietet neben den klassischen dreijährigen Studiengängen mit BA-Diplom und Bachelor-Abschluss auch teilweise länger dauernde trinationale Studiengänge mit Partnerhochschulen in Frankreich (Universität des Elsass in Mulhouse bzw. Colmar) und der Schweiz (Fachhochschule Nordwestschweiz, FHNW) an. Den etwa 1400 Studenten werden in den beiden Studienrichtungen Wirtschaft und Technik derzeit elf verschiedene Studiengänge mit mehreren Vertiefungen angeboten.
Ferner gibt es in Lörrach ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung für Grund- und Hauptschulen.
Lörrach verfügt über zwölf öffentliche Grundschulen bzw. Grund- und Hauptschulen (Albert-Schweitzer-Schule, Astrid-Lindgren-Grundschule Hauingen[48], Eichendorffschule, Fridolinschule, Grundschule Salzert, Grundschule Tumringen, Hebelschule, Hellberg-Grund-und Hauptschule Brombach, Neumatt-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie Schloßberg-Grund- und Hauptschule) eine Realschule (Theodor-Heuss-Realschule), zwei Gymnasien (Hans-Thoma- und Hebel-Gymnasium) und eine Förderschule (Pestalozzi-Schule).
Der Landkreis Lörrach ist Schulträger der Gewerbeschule (unter anderem mit Technischem Gymnasium, Bereiche Technik und Informatik), der Kaufmännischen Schule (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) und der Hauswirtschaftlich-Landwirtschaftlichen und Sozialpädagogischen Schule (unter anderem mit Ernährungswissenschaftlichem Gymnasium und Biotechnischem Gymnasium). Gemeinsam mit der St. Elisabethen-Krankenhaus-Lörrach-gGmbH ist der Landkreis Lörrach Träger der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege und für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Die Schule für kranke Kinder befindet sich im St. Elisabethen-Krankenhaus Lörrach.
Mehrere Privatschulen, darunter die Altenpflegeschule des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona, die Freie Evangelische Schule (Grund-, Haupt-,Realschule und Gymnasium), die Freie Waldorfschule Lörrach, die Private Sprachschule Foerderer und die Private Schule für Erziehungshilfe am Evangelischen Kinderheim Tüllinger Höhe runden das schulische Angebot Lörrachs ab.
Bearbeiten Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bearbeiten Dialekt
In Südbaden wird ein Alemannisch gesprochen, das als Übergang zwischen dem Schwäbischen und dem Hoch- oder Südalemannischen gesehen werden kann. In diesem Grenzgebiet bezeichnet man den Dialekt als Niederalemannisch. Anzumerken ist, dass die alemannischen Dialekte regional sehr unterschiedlich klingen. In Lörrach wird Hochalemannisch gesprochen, welches dem Schweizerdeutsch ähnlich klingt und in Südwestdeutschland, dem Elsass, der deutschsprachigen Schweiz, im österreichischen Bundesland Vorarlberg sowie im Fürstentum Liechtenstein verbreitet ist. Besonders auffällig an diesem Dialekt ist die Verschiebung des germanischen k im Anlaut zu ch: Kind und Kopf werden beispielsweise im Hochalemannisch Chind und Chopf ausgesprochen.
In der jüngeren Vergangenheit verlieren sich vor allem durch Zuwanderung aus dem sächsisch sprechenden Raum im Landkreis zunehmend die hochalemannischen Besonderheiten. In diesem Dialektkontinuum kommt es zu einer Vermischung des
