Die vorgeschichtliche Eisenzeit ist in der einfachen Gliederung des Dreiperiodensystems nach der Steinzeit und der Bronzezeit üblicherweise die dritte große, nach dem verwendeten Material zur Werkzeugherstellung benannte Periode der Menschheitsgeschichte. In dieser Zeit begann man, Eisen für Werkzeuge und Waffen zu verwenden. Auf die Eisenzeit folgen – je nach Kulturkreis – die Antike oder frühgeschichtliche Kulturen.
Das Einsetzen schriftlicher Überlieferung definiert den Beginn der Frühgeschichte. So zählt der Anfang der Eisenverhüttung und -bearbeitung in manchen Regionen zur Urgeschichte (z. B. Mittel- und Nordeuropa) und in manchen zur Frühgeschichte (Mittelmeerraum, Vorderer Orient, China, Indien). Für Mitteleuropa wird der Begriff Eisenzeit nur auf vorgeschichtliche Perioden angewandt, in Nordeuropa wird unterschieden zwischen vorrömischer Eisenzeit (als vorgeschichtliche Periode) und römischer Eisenzeit (als teilweise frühgeschichtlicher Zeitraum, synonym zum in der deutschen Forschung üblichen Begriff Römische Kaiserzeit).
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Bearbeiten Kleinasien
In Kleinasien war die EisenverhĂĽttung schon sehr frĂĽh bekannt. Die Hethiter kannten die Verarbeitung dieses Metalls zu einer Zeit, als es in anderen Regionen der Welt noch unbekannt war. Mit dem Ende des hethitischen Reiches endet auch das Monopol dieses Reiches auf die VerhĂĽttung von Eisen, die dort seit dem 17. Jahrhundert v. Chr. belegt ist. Nach dem 12. Jahrhundert breitete sich diese Technik ĂĽber den Vorderen Orient und den Mittelmeerraum aus.
Bearbeiten Israel
Bei der Beschreibung archäologischer Funde aus Israel werden oft die Begriffe Eisenzeit I, Eisenzeit II und Eisenzeit III verwendet.
- Eisenzeit I 1200–1000 v.Chr.
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- I A 1200–1100 v. Chr.
- I B 1100–1000 v. Chr.
- Eisenzeit II 1000–587 v. Chr.
Bearbeiten Griechenland
Griechenlands frühere Eisenzeit ist der Zeitraum zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts und dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. Sie gilt als eine Periode des Wandels und Übergangs zwischen der mykenischen Welt der Bronzezeit und der Welt der griechischen Stadtstaaten der archaischen Epoche. Diese Zeit wird traditionell aufgrund der Spärlichkeit der Quellen auch mit dem Ausdruck „Dunkle Jahrhunderte“ bezeichnet.
Bearbeiten Mitteleuropa
| Mitteleuropäische Eisenzeit |
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| Völkerwanderungszeit nach Eggers |
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| D | 375–568 n. Chr. |
| Römische Kaiserzeit nach Eggers |
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| C3 | 300–375 n. Chr. |
| C2 | 200–300 n. Chr. |
| C1 | 150–200 n. Chr. |
| B2 | 50–150 n. Chr. |
| B1 | 0–50 n. Chr. |
| Latènezeit | |
| D | 100 v. – 0 n. Chr. |
| C | 300–100 v. Chr. |
| A + B | 480–300 v. Chr. |
| Hallstattzeit | |
| Ha D1 - D3 | 650–475 v. Chr. |
| Ha C | 800–650 v. Chr. |
In Mitteleuropa beginnt die Eisenzeit im 8. Jahrhundert v. Chr. Sie wird unterteilt in
- Frühe oder Ältere Eisenzeit (800–450 v. Chr.), die Hallstattzeit
- Späte oder Jüngere Vorrömische Eisenzeit (450 v. Chr.– Ende 1. Jahrhundert v. Chr.), bzw. die Latène-Zeit
- Abschnitte, die in Mitteleuropa noch als vorhistorisch der Eisenzeit zugerechnet werden können:
- Römische Eisenzeit (1. Jahrhundert n. Chr. – 4. Jahrhundert n. Chr.), entspricht der Römischen Kaiserzeit
- Nachrömische Eisenzeit (4. Jahrhundert n. Chr. – 6. Jahrhundert n. Chr., verschiedene genauere Datierungen), die Völkerwanderungszeit
Einige wichtige archäologische Fundstätten sind:
- der frühkeltische „Fürstensitz“ auf der Heuneburg (Baden-Württemberg)
- der frühkeltische „Fürstensitz“ mit dem Fund der Fürstin von Vix
- das keltische Oppidum von Manching (Bayern)
- Grabfunde in Kleinbasel,
- GrabhĂĽgel in der Hard,
- das Dorf Biskupin im heutigen Polen,
- Hallstatt in Ă–sterreich,
- der Neuenburger Vorort La Tène
- der hessische Glauberg
- die Schnippenburg im OsnabrĂĽcker Land
- der Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen
- das Childerichgrab von Tournai
- die germanischen "Fürstengräber" von Gommern, Leuna und Haßleben
Bearbeiten Afrika
In Afrika kommt man an die Grenzen des europäisch geprägten Dreiperiodensystems. Denn in Afrika begann die Eisenzeit ohne eine vorhergehende Kupfer- oder Bronzezeit. Die frühesten Belege für Eisenverhüttung stammen von Taruga in Zentral-Nigeria. Dort hat man mehrere Verhüttungsöfen ausgegraben, deren Datierung ins erste vorchristliche Jahrtausend fällt (800–500 v. Chr.). Taruga gehört übrigens zu den wenigen gut untersuchten Fundstellen der Nok-Kultur. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Eisen eine indigene Erfindung. Frühere Annahmen einer Herkunft aus Meroe konnten durch die Datierungen Tarugas widerlegt werden, denn letztere sind etwas älter als Meroe. Eine Beeinflussung von Karthago scheint ausgeschlossen, weil die Sahara zu dieser Zeit kaum zu durchqueren war.[1]
Bearbeiten Einzelnachweise
- ↑ ? Quelle fehlt, dass die Sahara nicht durchquerbar war.
Bearbeiten Literatur
- Gilda Bartoloni: Archäologische Untersuchungen zu den Beziehungen zwischen Altitalien und der Zone nordwärts der Alpen während der frühen Eisenzeit Alteuropas. Ergebnisse eines Kolloquiums in Regensburg, 3.–5. November 1994. Universitätsverlag Regensburg [u.a.], Regensburg 1998, ISBN 3-930480-23-9.
- Roland Oliver, Brian M. Fagan: Africa in the Iron Age. c. 500 B. C. to A. D. 1400. Cambridge University Press, Cambridge [u.a.] 1985, ISBN 0-521-20598-0.
- Wolfgang Schuller: Das Erste Europa. 1000 v. Chr.–500 n. Chr.. Ulmer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-2497-X (Handbuch der Geschichte Europas Band 1; UTB Band 2497).
- R. Tylecote: The origin of iron smelting in Africa. In: Westafrican Journal of Archaeology. Vol. 5, 1975, ISSN 0331-3158, S. 1–9.
- R. F. Tylecote: Iron smelting at Taruga, Nigeria. In: Journal of the Historical Metallurgy Society. Vol. 9, Nr. 2, 1975, ISSN 0142-3304, S. 49–56.
Bearbeiten Weblinks
- Weblinks zur Eisenzeit bei http://www.archaeologie-online.de
- Eintrag ĂĽber Eisenzeit im Ă–sterreich-Lexikon von aeiou
- Eisenzeit – Enzyklopädieartikel aus MSN Encarta
